Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Eigene Vision für Bad und Stadtmitte
Landkreis Ostkreis Eigene Vision für Bad und Stadtmitte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Christian Somogyi bewirbt sich um das Bürgermeisteramt: Stadtmarketing, ein neues Forum für die Stadtmitte oder eine Verbesserung des Wohnumfelds sind einige seiner Themen. Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Seit seinem dritten Lebensjahr lebt Somogyi in Niederklein, er fühlt sich aber ausdrücklich als Stadtallendorfer. „Nur beim Fußball, da gilt das natürlich nicht“, betont er gleich im Nachsatz. Sein Bekenntnis zu Stadtallendorf fällt herzlich aus: Er liebe diese Stadt und wolle in ihr alt werden. Nach kurzem Überlegen hat er sich entschieden, sich noch einmal um das Bürgermeisteramt zu bewerben. Ein Grund dafür ist die Situation in der Innenstadt, für deren Verbesserung er streiten und sich einsetzen will. Bewusst wählt Somogyi an dieser Stelle nicht den Begriff Stadtmitte.

„Denn die Innenstadt ist viel mehr, dazu gehört zum Beispiel auch die Albert-Schweitzer-Straße oder die Niederkleiner Straße, wo etwas verbessert werden muss“, sagt er. Somogyi will ein aktives Stadtmarketing betreiben, momentan sei das nicht vorhanden. Ebensowenig werde Stadtallendorf seinem Status als Mittelzentrum gerecht. Wenn es um die Situation der Stadtmitte geht, dann setzt der Sozialdemokrat ebenfalls auf den Dialog mit allen Beteiligten – gebündelt in einem Forum „Stadtallendorf 2020“. Seine Situationsbeschreibung fällt dabei nüchtern aus: Der erhoffte „Leuchtturm“, der Leben in die Stadtmitte bringen sollte, sei ausgeblieben. „Die Situation ist schlechter als damals. Unser Konzept ist nicht mehr auf dem aktuellsten Stand“, stellt er fest.

Für ihn war diese Situation ein Grund dafür, sich noch einmal um das Bürgermeisteramt zu bewerben. Denn er will mithelfen, dass sich der Status verbessert. „Und wir können uns neu ausrichten, wenn alle an einem Strang ziehen, Handel wie auch Politik“, ergänzt er. Somogyi unterstreicht aber auch, dass Politik, Verwaltung und Bürgermeister maximal Rahmenbedingungen anpassen könnten. Er will dabei auch großflächiger denken: vom Postgebäude, das der Stadt gehört, über den Discounter Lidl bis hinunter zum Einkaufszentrum alter Busbahnhof und zur Niederkleiner Straße. Auch anderer Stelle sieht der Niederkleiner Handlungsbedarf, zum Beispiel beim Wohnraum Viele Straßenzüge hätten jetzt noch das Flair der 80er Jahre, das tue der Stadt nicht gut.

Beim Radwegenetz sieht er Nachholbedarf. „Nur, wenn wir auch dort Akzente setzen, holen wir Menschen in die Stadt“, ist er überzeugt. Und auch beim brandaktuellen Thema Energiepolitik will er in der Stadt Impulse setzen. „Wir müssen auch aus eigener Kraft dazu beitragen, dass bei uns der Strom weiterfließt“, lautet seine Formel. Ein eigenes Energiekonzept will er anstoßen und auf den Weg bringen. Bei einem weiteren aktuellen Thema bezieht er eine eindeutige Position: Somogyi spricht sich dafür aus, die Verlagerung des Hallenbads aus der Stadtmitte hin zum Stadion ernsthaft anzugehen. Dort könne ein Sportzentrum entstehen. „Für mich ist das ein Teil meiner Vision für Stadtallendorf im Jahr 2020“, sagt er. Die Finanzierung eines Neubaues, der teurer sein dürfte als eine Sanierung, hält er für durchaus realisierbar.

Die Vorteile eines kombinierten Frei- und Hallenbades überwiegen für ihn. Beruflich sieht sich der 55-jährige gut gerüstet für eine Übernahme des Bürgermeisteramts, sollte er sich am 18. September gegen seine Mitbewerber durchsetzen. Als Projektmanager bei der Fraport AG habe er zeitweise Verantwortung für 2 500 Mitarbeiter gehabt. „Das qualifiziert mich, auch eine Verwaltung zu leisten“, stellt er für sich fest. Als Bürgermeister wäre Somogyi auch für die Haushaltspoltitik verantwortlich. Mehr Transparenz im Etat hält er für dringend nötig, um Veränderungen einleiten zu können. Und die seien nötig. Erstmals habe Stadtallendorf vom Landrat bei der Haushaltsgenehmigung eine ungewöhnlich deutliche Warnung erhalten. Was ist für ihn anders als beim ersten Bürgermeister-Wahlkampf? „Eigentlich ist gar nichts anders geworden“, antwortet er spontan.

von Michael Rinde

Anzeige