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Ostkreis 21 Tonnen Kerosin verschwendet
Landkreis Ostkreis 21 Tonnen Kerosin verschwendet
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00:16 04.06.2018
Eine Boeing 757 von Condor musste außerplanmäßige Runden über dem Schwalm-Eder-Kreis drehen. Quelle: Fabian Matzerath
Schwalm-Eder

Rund eine Stunde flog eine Boeing 757 von Condor vor einigen Tagen über dem Schwalm-Eder-Kreis Schleifen am Himmel und konnte selbst mit bloßem Auge gut gesehen werden. Jeweiliger Endpunkt der elliptischen Bahnen war Felsberg und Neukirchen.

Wie ein Blick auf die Seite flightradar24 verrät, drehte die Boeing ab 17.30 Uhr insgesamt sieben Runden. Als Grund für den außerplanmäßigen Rundflug gab die Fluggesellschaft ein technisches Problem an. Erst gegen 18.30 Uhr setzte der Flieger seinen Weg nach Frankfurt fort, um dort zu landen. Ungewöhnlich: Bei den Warteschleifen hatte die Boeing ihr Fahrwerk ausgefahren und flog in einer Höhe von rund 3 000 Metern.

Ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) vermutete hinter dem Manöver ein technisches Problem. Warteschleifen seien heutzutage eher ungewöhnlich, da die Luftraumkapazität anders als in den 70er- und 80er-Jahren bereits vor dem Flug kalkuliert werde. Dadurch, dass Startzeitfenster – sogenannte Slots – vergeben werden, verbringen Flugzeuge die Wartezeit am Boden und können in der Regel verzögerungsfrei bis zum Ziel fliegen.

Gewicht des Flugzeugs musste reduziert werden

Klassische Warteschleifen seien nur in Ausnahmefällen – beispielsweise bei Gewittern – erforderlich, wenn Kapazitäten über dem Zielflughafen kurzfristig abgesenkt werden müssen, sagt der DFS-Mann und erteilt Gerüchten über eine Neuordnung des Luftraums zulasten Nordhessens eine Absage: „Grundsätzlich gibt es unsererseits keine Verfahrensänderungen in diesem Bereich.“ Eine Pressesprecherin von Condor bestätigte auf schriftliche Anfrage, dass bei dem Condor Flug DE 1440 kurz nach dem Start in Hamburg eine technische Fehlermeldung aufgetreten sei. Eigentlich war der Flug auf den Weg nach Fuerteventura.

Sieben Runden drehte die Boeing über der Schwalm, um 21 Tonnen Kerosin los zu werden. Grafik: Nikola Ohlen

Um eine sichere Zwischenlandung in Frankfurt gewährleisten zu können, musste das Gewicht des Flugzeugs reduziert werden. Statt Treibstoff notfallmäßig abzulassen, verflog der Pilot das Kerosin. Das Startgewicht der 757 beträgt laut Hersteller rund 122 Tonnen, das Landegewicht dagegen 101 Tonnen. Das Fahrwerk wurde von dem Piloten ausgefahren, um den Luftwiderstand und damit auch den Kerosinverbrauch zu erhöhen.

Vollgetankte Flugzeuge dieses Typs würden ein zu hohes Gewicht aufweisen, um gefahrlos landen zu können, erklärte die Sprecherin: „Das Flugzeug ist sicher und ohne Vorkommnisse am Frankfurter Flughafen gelandet.“ Wie Condor weiter mitteilte, bestand zu keiner Zeit Gefahr für Fluggäste oder Besatzung. Man habe die Passagiere bis zu ihrem Weiterflug nach Fuerteventura in Hotels untergebracht, so die Pressesprecherin.

von Matthias Haaß