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Ehrenämtler helfen wie die Profis

Stadtallendorf Ehrenämtler helfen wie die Profis

Der Dienst am und für den Menschen ist eine wichtige Aufgabe. In Stadtallendorf lernten nun über 20 Interessierte alles über die Pflegestandards. Zukünftig arbeiten sie im Kreis als ehrenamtliche Helfer.

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Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (Zweiter von rechts) beglückwünschte die Kursteilnehmer zu ihrem ehrenamtlichen Engagement und sicherte auch weiterhin die Unterstützung der Stadt bei sozialen Projekten zu.

Quelle: Alisa Roller

Stadtallendorf. „Ich möchte meine Zeit verschenken und dabei etwas machen, was der Gesellschaft zugute kommt“, erklärte Christa Riede-Hirtz ihre Teilnahme an dem 60 Unterrichtseinheiten umfassenden Kurs. Sie war eine der über 20 Freiwilligen, die das Angebot der Alzheimer Gesellschaft Marburg nutzten. „Private Pflege ist nach wie vor der größte Pflegedienst, den wir haben“, sagte Angela Schönemann von der Alzheimer Gesellschaft, die zusammen mit Christa Zimmer und Valentina Exner den Kurs geleitet hatte. Dabei gehen bei den Angehörigen von Demenzkranken häufig die Kontakte nach außen verloren, da die Pflege 24 Stunden umfasse, so Schönemann.

Die Pflegebegleiter wurden während des Kurses in unterschiedlichen Themenbereichen geschult: Es ging von allgemeinen Informationen zu gesetzliche Rahmenbedingungen über die Betrachtung familiärer Spannungsfelder bis hin zu ethischen Fragestellungen (die OP berichtete). In der Begleitung von Pflegenden seien vor allem das Entgegenbringen von Verständnis sowie ein wertschätzendes Zuhören wichtig. Außerdem könnten Pflegebegleiter als Ratgeber fungieren. Riede-Hirtz fügte hinzu: „Vielleicht kann man für die Pflegenden auch eine Art Lichtblick sein.“

Die erste Hürde stelle jedoch oftmals das Annehmen der Hilfe von Pflegebegleitern dar. „Man muss als Betroffener den Mut haben und sich trauen, Hilfe von Fremden anzunehmen“, weiß Schönemann. Künftig können die qualifizierten Pflegebegleiter in schwierigen Situationen helfen. Wenn etwa der Pflegestützpunkt Marburg-Biedenkopf der Alzheimer Gesellschaft Marburg die Information über belastete Angehörige weitergibt, werden diese Kontakte an die Pflegebegleitern weiter vermittelt. „Wir schauen darauf, dass die Chemie zwischen Angehörigen und Pflegebegleitern stimmt. Männer brauchen zum Beispiel in der Begleitung eher Männer“, sagte Schönemann.

Nachdem bereits ein solcher Kurs im Hinterland stattgefunden hatte, war es ein Wunsch der Alzheimer Gesellschaft, dieses Angebot auch im Ostkreis – speziell in Stadtallendorf – in Aussicht zu stellen. „Wir wollten Menschen mit unterschiedlichsten Wurzeln ansprechen, um eine kultursensible Altenhilfe zu gewährleisten“, erklärte Schönemann. „Dies ist uns gelungen. Wir sind stolz auf die bunte Mischung an Teilnehmern. Wir haben einiges voneinander lernen können und wollen das auch künftig“, fügte sie an.

Für Stadtallendorf ist dies bereits das dritte Projekt im Bereich niedrigschwellige Hilfen. „Zuvor gab es bereits Themen-Kurse zur Seniorenbegleitung und Demenzbetreuung. Wir wollen solche Angebote etablieren“, sagte Birgit Thiel, Seniorenbeauftragte der Stadt.

Bürgermeister Christian Somogyi versprach für den Fall, dass weitere Kurse stattfinden: „Sie erhalten von der Stadt immer die komplette Unterstützung.“ Er betonte ebenso wie Professor Dr. Karl-Joachim Linden von der Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf, dass ein solches ehrenamtliches Engagement nicht selbstverständlich sei.

von Alisa Roller

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