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Ostkreis Drogen lagern versteckt im Waldboden
Landkreis Ostkreis Drogen lagern versteckt im Waldboden
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18:40 23.05.2013
Ostkreis

Aus welchem Ort die in Haft sitzende 48-jährige Frau und ihr 62-jähriger Mann stammen, wollten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern noch nicht preisgeben. Auf Nachfrage erklärte Annemarie Wied, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Marburg, aber zumindest, dass es sich bei den beiden um ein Ehepaar handelt.

Das mutmaßliche Dealerpärchen handelte angesichts der gefundenen Mengen Haschisch in großem Stil. Im März begannen die konkreten Ermittlungen, die am Ende vor wenigen Tagen zu Haftbefehl und den spektakulären Funden in einem Waldgebiet im Ostkreis geführt haben. Die gestern von der Polizei veröffentlichten Funde sprechen für sich. Das entdeckte Haschisch füllt einen Einkaufswagen. Der Fund steckte vorher unter anderem gut verpackt in einer Kunststofftonne im Waldboden.

Wie genau die Polizei auf die Spur der Beschuldigten kam, wollte die Staatsanwaltschaft unter Hinweis auf weitere Ermittlungen nicht sagen. Bei der Rauschgiftfahndung gibt es die Hoffnung auf Hinweise zu weiteren Abnehmern oder auch Zwischenhändlern durch die weiterhin laufenden Ermittlungen. Ob einer der drei inhaftierten ein Geständnis abgelegt hat, ist ebenfalls nicht bekannt.

Ein 52-Jähriger, der von dem Ehepaar vier Kilogramm Haschisch gekauft hat, stammt aus dem Saarpfalzkreis (Saarland). Am Donnerstag vor einer Woche stoppte ihn die Polizei nach seinem Deal mit dem beschuldigten Ehepaar auf der Heimfahrt ins Saarland. Die vier Kilogramm Haschisch, die er gekauft hatte, fanden die Beamte in einem Rucksack auf dem Rücksitz. Für die Marburger Rauschgiftfahnder sind die Festnahmen und Drogenfunde große Fahndungserfolge. Es handelt sich definitiv um die größte beschlagnahmte Drogenmenge seit vielen Jahren. Funde in der Vergangenheit bewegten sich im Landkreis meist zwischen wenigen 100 Gramm und mehreren Kilogramm Haschisch. Die im Raum stehenden Drogenmengen und der gewerbsmäßige Handel dürfte sich bei einer Verurteilung des beschuldigten Ehepaares beim Strafmaß bemerkbar machen. „Wir sprechen hier von einem schweren Verbrechen, das mit mehreren Jahren Haft bestraft werden kann“, erläuterte gestern Staatsanwältin Annemarie Wied.

Im Betäubungsmittelgesetz sind bei Handel mit „nicht geringen Mengen“ Haftstrafen nicht unter fünf Jahren vorgesehen.

von Michael Rinde