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Ostkreis Dorfjubiläum beginnt mit Grenzgang
Landkreis Ostkreis Dorfjubiläum beginnt mit Grenzgang
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18:21 09.05.2017
Blick vom Hunburgturm aus auf Burgholz. Das in 378 Metern Höhe gelegene Bergdorf ist der höchstgelegene Ort des Altkreises Marburg. Die herrliche Umgebung ist Kulisse für die Grenzgänge am Samstag und Sonntag zum Jubiläumsauftakt. Foto: Matthias Mayer
Burgholz

Zur Teilnahme sind nicht nur die Bürger aus den sieben angrenzenden Städten und Dörfern eingeladen, sondern auch alle Wanderer, die die Burgholzer Umgebung erkunden wollen. Ortsvorsteher Björn Debus verspricht, dass es keine Gewaltmärsche durchs Unterholz abseits der Wege gibt. Wir bleiben auf grenznahen Wald- und Wanderwegen, werden aber auch genug vom Grenzverlauf inklusive einiger Grenzsteine zu sehen bekommen“, sagt Björn Debus, der dem zwölfköpfigen Festausschuss angehört. Das Ziel: Niemand soll überfordert werden. Dem dienen die relativ dicht gestaffelten Rastplätze und der besondere Service für ältere Menschen. Die können einzelne Teilstücke im Planwagen zurücklegen.

Burgholz sei mit rund 350 Einwohnern zwar der zweitkleinste Kirchhainer Stadtteil, habe aber mit 650 Hektar eine der größten Gemarkungen, stellt Björn Debus fest, der zudem auf eine weitere Besonderheit verweist: Nur 70 Hektar der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Das reicht nach heutigen Maßstäben nicht mehr für einen Vollerwerbsbetrieb. Die restlichen 87 Prozent sind Wald.

Die große Gemarkung veranlasste den Festausschuss, die Grenze an zwei Tagen abzulaufen. Start (Parkplatz am Aussichtsturm) und Ziel (Gerätehalle des Hofs Emmerich unweit der Kreisstraße 12 zwischen Burgholz und Emsdorf) sind an beiden Tagen gleich. Am ersten Tag ist die Strecke 15 Kilometer lang, verläuft dafür auf relativ ebenen Terrain. Am zweiten Tag sind nur zehn Kilometer zu bewältigen. Dafür warten zwei Anstiege aus dem Wohratal auf die Wanderer.

25 Kilometer an zwei Tagen

Los geht es am Samstag um 9.30 Uhr am Hunburgturm. Die erste Rast erfolgt um 11 Uhr an der Battenhäuser Mühle. Dort treffen die Himmelsberger und die Stausebacher auf die Grenzgänger. Das mit dem Lkw vorausfahrende Service-Team stellt - wie an allen Rast- und Treffpunkten - Tische und Bänke auf, versorgt die Grenzgänger jeweils eine halbe Stunde lang mit belegten Brötchen und Getränken.

Dann geht es rauf zum Treffpunkt Staude, für Björn Debus gehört dieser zu den schönsten Abschnitten des Grenzgangs. Am Treffpunkt Staude stoßen um 13 Uhr die Kirchhainer und die Langensteiner dazu. Nächste Rast ist an den Fischteichen, wo um 14.15 Uhr die Emsdorfer erwartet werden. Für 15.15 Uhr ist ein reiner Verpflegungsstopp an der Kreuzeiche geplant, bevor gegen 17 Uhr das Ziel in der Gerätehalle Emmerich erreicht wird. Dort findet der Ausklang statt - mit Bratwurst vom Grill und verschiedenen Getränken. Außerdem bietet der Festausschuss einen Shuttleservice zurück nach Burgholz an.

Am Sonntag nehmen die Grenzgänger ab 10 Uhr den zehn Kilometer langen zweiten Teil unter die Wanderschuhe. Vorgesehen sind nur zwei Treffpunkte und Rastplätze. Um 11.30 Uhr wird die Seemannsruhe im Wohratal bei Rauschenberg erreicht. Hier kommen die Rauschenberger dazu, die im Vorjahr zu ihrem Stadtjubiläum ebenfalls einen Grenzgang organisiert hatten. Von der Seemannsruhe führt der Weg wieder fast hoch bis nach Burgholz, ehe der Grenzverlauf wieder halblinks Richtung Ernsthausen abknickt. In Ernsthausen wird der Treffpunkt Hundsbach um 13 Uhr erreicht. Das restliche Teilstück zum Ziel führt teilweise über einen Rückeweg exakt auf der Grenze entlang. Bei schlechtem Wetter soll dieser Weg umgangen werden.

Kirschenkirmes und das Festwochenende folgen

Gegen 15 Uhr werden die Wanderer in der Gerätehalle Emmerich mit Grillwürstchen und kalten Getränken sowie mit Waffeln und Kaffee zum Ausklang erwartet.

Zum Festauftakt zeigen die Burgholzer ihren Gästen die Schönheit der Umgebung. Bei den folgenden Veranstaltungen präsentieren sie ihre Schätze im Dorf: So die Kirche, das alte Schulhaus, das von der Dorfgemeinschaft nach Originalplänen wieder aufgebaute Backhaus und natürlich ihr Wahrzeichen, den 1968 vom Zimmermeister Walter Pfeiffer erbauten 28 Meter hohen Hunburgturm, der eine großartige Aussicht bietet.

Der zweite Teil des Dorfjubiläums folgt am 9. Juli. Dann kombinieren die Burgholzer ihre historische Kirschenkirmes mit einem Erntetag. Dazu spielt die Oberkrainer Combo „Die Appenkreiner“.

Höhepunkt und Abschluss des Jubiläums ist das Festwochenende vom 1. bis zum 3. September. Los geht es am Freitag mit einer Motto-Party. Am Samstag folgt der Festkommers. Anschließend spielen die Skyliner zum Tanz auf. Am Sonntag gibt es einen stehenden Festzug.

„Kleines Dorf, kleine Mannschaft“, beschreibt Björn Debus den Arbeitsaufwand für den Festausschuss, der noch an einer stolze 300 Seiten umfassenden Chronik - von den Anfängen bis in die Gegenwart - arbeitet. Diese soll spätestens im August in den Verkauf gehen.

Internet: www.unser-burgholz.de

von Matthias Mayer

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