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Division bekommt einen starken Stab

Standort Stadtallendorf Division bekommt einen starken Stab

Anderthalb Jahre sind für die beiden beteiligten Divisionen nicht viel Zeit, um zu einem Großverband zusammenzuwachsen. Die Vorbereitungen sind angelaufen.

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166 Soldaten aus 40 Einheiten und Dienststellen der Bundeswehr haben in Stadtallendorf mit der Vorbereitung für die Zusammenlegung von zwei Divisionen begonnen. Foto: DSO

Stadtallendorf. Aus zwei Divisionen eine gemeinsame entstehen zu lassen, ist eine Herkulesaufgabe. Aktuell dienen 23000 Soldaten in den Einheiten der Division spezielle Operationen (DSO) und der Division luftbewegliche Operationen. Zur künftigen Division schnelle Kräfte (DSK) gehören ab 1. April 2014 nur noch rund 10000 Soldaten, verteilt auf die verschiedenen Einheiten und Verbände. Anderthalb Jahre sind dabei nicht viel Zeit, um die Divisionen zu fusionieren.

Um dieses Mammutprojekt vorzubereiten, trafen sich in den vergangenen zwei Tagen 166 Soldaten aus 40 Einheiten und Dienststellen in Stadtallendorf. Aufgrund der Ergebnisse der verschiedenen Arbeitsgruppen entsteht jetzt der Arbeits- und Zeitplan für die nächsten 18 Monate. Eine besondere Herausforderung ist die Übernahme des Kommandos über die drei Heeresfliegerregimenter in Fritzlar, Faßberg und Niederstetten. durch die neue DSK. Es sei nicht einfach damit getan, das bisherige Führungspersonal nach Stadtallendorf zu versetzen, erläutert Generalmajor Jörg Vollmer, Kommandeur der DSO, im Gespräch mit dieser Zeitung. Am Standort Stadtallendorf stellt der Stab der neuen Division in Zukunft das Hauptkontingent. Bei der Stationierungsentscheidung im vergangenen Herbst hatte Stadtallendorf 900 Dienstposten zugewiesen bekommen. 440 Soldaten umfasst der Stab. Der aktuelle DSO-Stab umfasst 230 Soldaten. „Nach jetzigem Stand bleibt es bei der Zahl von insgesamt 900 Soldaten“, sagt Generalmajor Vollmer.

Division bekommtmehr Fernmelder

Sicher ist, dass ein erheblicher Teil dieser künftig in Stadtallendorf eingesetzten Mannschaften und Offiziere längerfristig an diesem Standort arbeiten wird - allein schon aufgrund ihrer besonderen Qualifikationen. Das Luftlandefernmeldebataillon DSO „Hessischer Löwe“ wird bis 2014 aufgelöst. Klar ist aber inzwischen, dass ein nicht unerheblicher Teil der teilweise hochqualifizierten Soldaten des Bataillons in Stadtallendorf bleiben könnte. Denn in der Herrenwaldkaserne sind in Zukunft sogar zwei Fernmeldestaffeln stationiert. Ursprünglich war nur die Aufstellung einer solchen Staffel vorgesehen. Auch baulich muss sich in der Herrenwaldkaserne bis zum Startschuss für die Division Schnelle Kräfte noch einiges tun. So werden weitere Unterkunftsgebäude zu Stabsgebäuden mit entsprechender Technik umgebaut werden müssen. Welches Geld dafür zusätzlich in die Stadtallendorfer Kaserne fließt, ist jetzt noch unklar. Noch immer stehen ohnehin Bauprojekte in zweistelliger Millionenhöhe aus, die noch nicht abgearbeitet sind. Darunter ist zum Beispiel die Vereinigung des gesamten Sanitätsbereichs in einer Kaserne. Aktuell sind die Zahnärzte noch in der weitgehend verwaisten Hessen-Kaserne untergebracht (diese Zeitung berichtete). Was aus der Hessen-Kaserne am Ende wird, lässt der Divisionskommandeur weiterhin offen. Derzeit dienen die Unterkunftsgebäude als Pendlerunterkünfte für Soldaten, für die es in der Herrenwaldkaserne wegen Bauarbeiten keinen Platz gibt. Die Hessenkaserne hat für die Bundeswehr eine Pufferfunktion. „Zurzeit gibt es keine Notwendigkeit sie abzugeben“, sagt Vollmer zu dem Thema. Bisher strebt die Bundeswehr an, im Laufe des Jahres eine Entscheidung über diese Liegenschaft zu treffen.

Die Soldaten der einzelnen betroffenen Verbände und Einheiten beider Divisionen sollen spätestens ein halbes Jahr vor der Umgruppierung wissen, in welchen Einheiten und an welchen Standorten sie ab April 2014 dienen werden. „Das ist allein schon wegen der Familien der Soldaten wichtig“, unterstreicht Divisionskommandeur Vollmer .

Bei allen Umgruppierungen steht stets im Vordergrund, dass die DSO ihre Aufgaben erfüllen kann. Nächstes Jahr ist ein größeres Kontingent im Afghanistan-Einsatz. Zugleich muss die Division stets für Evakuierungseinsätze wie 2011 in Libyen bereit sein.

von Michael Rinde

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