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Ostkreis Division bekommt Zuwachs
Landkreis Ostkreis Division bekommt Zuwachs
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00:17 28.11.2018
Ein Soldat unterhielt sich mit zwei Interessenten beim Aktionstag in der Kaserne. Quelle: Nico Engler
Stadtallendorf

Zu ihr gehören rund 160 Soldaten, wie Oberst im Generalstab Sascha Zierold gegenüber der OP erläuterte. Zierold ist als „G1“-Offizier im Stab der Division Schnelle Kräfte für das Personal verantwortlich – und auch mit der Nachwuchsgewinnung vor Ort befasst.

Die zusätzliche Kompanie sei eine sehr willkommene Entwicklung für die Division und ihre Führung in Stadtallendorf, so Zierold im Gespräch mit dieser Zeitung. Aktuell gibt es am Standort die Stabs- und Fernmeldekompanie. In der Vergangenheit existierte in Stadtallendorf sogar ein Luftlande-Fernmeldebataillon. Es bestand von 2008 bis März 2014.

Nach der Auflösung des Luftlande-Fernmeldebataillons hat sich gezeigt, dass eine Stabs- und Fernmeldekompanie nicht ausreicht. An dieser Stelle profitiert die Division und ihre Führung von der geplanten Vergrößerung der Bundeswehr, der „Trendwende Personal“ wie sie Verteidigungsministerin Ursula­ von der Leyen genannt hat. Fehlt der Divisionsführung derzeit notwendiges Personal am Standort? „Wir können tun, was wir tun müssen, um unsere Aufgaben zu erfüllen“. Allerdings wäre eine größere Personaldecke schon begrüßenswert. Der Bedarf für die zusätzliche Kompanie sei klar vorhanden, betont der Offizier.

Zierold zufrieden mit Aktionstag in der Kaserne

Die Unterbringung der zusätzlichen Soldaten in der Herrenwaldkaserne stellt laut Zierold kein Problem dar, obwohl der Platz dort insgesamt begrenzt ist. „Aber das werden wir hinbekommen“, so Zierold.
Auch, wenn die neue Fernmeldekompanie weitgehend aus Zeit- und Berufssoldaten bestehen wird, so gibt es aus Sicht der Personalplaner der Division doch genügend Möglichkeiten für freiwillig Wehrdienst leistende Soldaten. Aus ihnen könnten später Zeitsoldaten werden. Am Ende je nach Eignung und Leistung dann auch Berufssoldaten.

Die Division wirbt in Abstimmung mit den in Wetzlar sitzenden Karriereberatern um Nachwuchs. Und geht dabei auch einmal neue Wege. So gab es vor einigen Wochen erstmals einen Aktionstag in der Kaserne. Eingeladen waren Interessierte aus der Region aber auch aus dem übrigen Bundesgebiet. Teilweise nahmen Interessierte auch eine weite Anreise in Kauf. Rund 100 junge Frauen und Männer verbrachten den Tag in der Kaserne und kamen mit Soldaten wie auch Karriereberatern ins Gespräch. Zehn davon haben sich danach für konkrete Stellen am Standort Stadtallendorf beworben. „Wer zu solch einem Aktionstag kommt, auch von weiter her, der hat wirklich Interesse. Mit dem Ergebnis dieses ersten Tages sind wir sehr zufrieden“. Eine Wiederholung sei sehr gut möglich, so Zierolds ­Bilanz im Rückblick.

Interessierte bewerben sich auf konkrete Dienstposten. Gesucht sind auch bei der Division zum Beispiel IT-Spezialisten (also Computer-Fachleute), aber auch Materialbewirtschafter oder Transport-Soldaten wie etwa­ Fahrer, um Beispiele zu nennen.

Millionenschweres Sanierungsprogramm ist geplant

Womit kann die Bundeswehr am Standort werben? Nach der dreimonatigen Grundausbildung kämen die Rekruten an ihren Wunschstandort Stadtallendorf auf ihren Dienstposten. „Wer sich auf einen Dienstposten bewirbt, der kann auch damit rechnen, dass er dort verwendet wird. Es kauft keiner die Katze im Sack“, erläutert Personalspezialist Zierold.

Für ihn ist die hohe Akzeptanz, die die Bundeswehr am Standort Stadtallendorf genießt, ein starkes Argument für die Nachwuchswerbung und Nachwuchsgewinnung. Hinzu kommt: Am Standort ist alles Material, was etwa zur Ausbildung zum Fernmelder nötig ist, vorhanden. Die DSK verfügt als einzige der drei Heeresdivisionen über einen mobilen Gefechtsstand, den die Divisionsführung im Einsatzfalle bräuchte. Der Einsatzfall kann eine ­Befreiung deutscher Staatsbürger im Ausland bedeuten. Oder ­einen Einsatz hinter feindlichen Linien. Hier sitzt keiner rum und wartet darauf, dass er etwas lernen und tun kann“, fasst es Zierold zusammen.

Aus einem Manko am Standort macht der Offizier allerdings auch keinen Hehl, die Qualität der Unterbringung. Bis zum Alter von 25 Jahren sind Soldaten unterkunftspflichtig, sprich: sie wohnen in der Kaserne. Danach ist das möglich, wenn es die ­Kapazitäten zulassen.

Ein einige Millionen Euro teures Sanierungsprogramm ist ­allerdings in der Planung (die OP berichtete). Kostenfreies Funknetz WLan soll es bis 2020 am Standort geben.

Und was für Rekrutentypen braucht die Division aus Sicht des Personaloffiziers? „Wir brauchen Kandidaten, die Interesse daran haben, was zu lernen“. Durchtrainierte Sportler sind dabei nicht zwingend erforderlich. Wichtig sei, dass die künftigen Soldaten trainierbar seien – und am Trainieren eben auch den nötigen Spaß hätten.

von Michael Rinde