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Diebstahl kann Leben verändern

Polizei Diebstahl kann Leben verändern

„Ich war es nicht“, sagt eine Schülerin zu Bernd Frieb – und bildet damit eine Ausnahme, denn die meisten Schüler schenken Polizisten auf dem Schulhof schon gar keine Aufmerksamkeit mehr.

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Christian Naumann (von links), Tobias Paulsen, Bernd Frieb und Thomas Bartel sprachen mit Haupt- und Realschülern über Diebstahl und die möglichen Folgen.

Quelle: Florian Lerchbacher

Kirchhain. Die Kommissare Bernd Frieb und Thomas Bartel sind aufgrund des Gewaltpräventionsprogramm von Schule, Jugendförderung, Stadt und Polizei öfters an der Alfred-Wegener-Schule unterwegs. Kurz vor Ferienbeginn besuchten sie gemeinsam mit Detektiv Tobias Paulsen und Rewe-Markt-Betreiber Christian Naumann fünf Klassen der Real- und der Hauptschule. Grund dafür war, dass Schüler in dem Einkaufsmarkt mehrfach beim Stehlen geschnappt wurden: Alkohol, Zigaretten und Süßigkeiten gehören beim Diebesgut zu den Favoriten der Jugendlichen.

Mehr als zehn Schüler hat Naumann in den vergangenen zwei Wochen angezeigt: „Einen habe ich mit einem vollen Rucksack erwischt, andere hatten sich die Hosentaschen vollgemacht.“ Inzwischen dürfen Schüler keine Rucksäcke mehr mit in den Markt bringen – den Grund dafür wollte Naumann ihnen selber nennen. Außerdem wollte er den Kontakt zu den Schülern aufnehmen: „Scheinbar haben einige keine Hemmschwelle mehr. Noch dazu waren auch die Reaktionen mancher Elternteile nicht so, wie wir es uns erwünscht hatten. Die meisten hatten Verständnis, andere beschwerten sich darüber, dass wir ihre Kinder festgehalten und der Polizei übergeben haben.“

Naumann möchte den Schülern vermitteln, dass Stehlen Unrecht ist und Auswirkungen auf die Zukunft haben kann. „Jeder Diebstahl wird bei der Polizei hinterlegt“, erklärte er den Jugendlichen im Unterricht und hob hervor, dass Einträge im polizeilichen Führungszeugnis später im Berufsleben erhebliche Auswirkungen haben können. „Es kann passieren, dass Ihr keinen Fuß mehr in die Tür bekommt“, sagte Frieb. Zudem erläuterte Bartel den Schülern, dass die Strafe bis zu fünf Jahre Gefängnis betragen oder das Jugendamt auf die Familien aufmerksam werden könne: „Das kann sehr unangenehm werden. Es kann sogar sein, dass Ihr aus den Familien geholt werdet. Diebstahl ist oft der Einstieg in die Welt des Verbrechens.“

von Florian Lerchbacher

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