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Die kleinen Stones feiern Geburtstag

Rock-Konzert Die kleinen Stones feiern Geburtstag

Als die Glassbowstones vor 20 Jahren ihr erstes Konzert gaben, riefen Nachbarn die Polizei. Für ordentlich Lautstärke will die Mardorfer Rockband am Sonntag nun wieder sorgen.

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Georg Rhiel (von links), Thorsten Schick, Markus Semmler, Christian Schick, Jürgen Schnare und Bertram Rhiel geben am Sonntag ab 20 Uhr in Raabs Saal in Mardorf ein Konzert anlässlich des 20-jährigen Bestehens ihrer Band „Glassbowstones“.Foto: Florian Ler

Mardorf. Ob die Rolling Stones bei ihrem ersten Konzert wohl auch für einen Polizeieinsatz gesorgt hatten? Diese Frage stellte der Ortsdiener Karl vor 20 Jahren, als die Glassbowstones beim Straßenfest in der Tailershöhe während ihrer Premiere gleich für Aufsehen sorgten. Am Sonntag geben sie ab 20 Uhr in Raabs Saal ein Konzert anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens - und es wird mit Sicherheit wieder laut. „Eigentlich könnten die Leute auch daheim bleiben: Sie werden uns hören“, verspricht Gitarrist Jürgen Schnare mit einem Augenzwinkern. Für ihren besonderen Auftritt haben die Glassbowstones nämlich eine professionelle Anlage samt Lichtshow und Nebelmaschine angemietet.

Bassist Georg Rhiel hat sich noch dazu ein neues Instrument geleistet und seine Bandkollegen in Verzückung versetzt: Zehn Jahre Bitten und Betteln seien endlich erhört worden, freuen sie sich. Sie hätten immer wieder die Jahresringe des alten Basses gezählt und schon oft betont, seine Zeit sei eigentlich abgelaufen.

Die Voraussetzungen sind also optimal, wenn Markus Semmler (Sänger), Thorsten Schick, Jürgen Schnare (beide Gitarre), Georg Rhiel (Bass), Bertram Rhiel (Keyboard) und Christian Schick (Schlagzeug) am Sonntag Rock-Cover aus verschiedenen Jahrzehnten spielen, zum Beispiel von den Foo Fighters, den Ärzten, Poison, Enuff Z‘ Nuff oder den Rodgau Monotones.

In Erfurtshausen traten die Glassbowstones im übrigen auch schon als Vorband der hessischen Kult-Rocker auf - ein Konzert, das für die Mardorfer Musiker noch immer der Höhepunkt der Bandgeschichte ist. Vor den meisten Zuschauern (rund 5000) spielten sie indes Ende der 1990er Jahre beim Corvette-Treffen in Idstein.

Damals gab die Band noch jährlich 30 bis 40 Konzerte im Jahr, inzwischen sind es nur noch 5 oder 6. „Familie, Arbeit - die Zeit ist knapper“, erklärt Semmler. Doch weder er noch seine Bandkollegen bereuen dies: „Irgendwann wurde es auch etwas langweilig, immer wieder die gleichen Songs zu spielen“, gibt Schnare sogar rückblickend zu.

Und so treten die Glassbowstones nur noch an ausgewählten Orten in der Umgebung auf - zum Beispiel im Juni während des Kulturspektakels als Vorband der heimischen Kult-Band Softeis. Eigene Songs wie „Turn the Music Up“ oder „Spirit of Love“ dürfen dann nicht fehlen, doch größtenteils spielen die kleinen „Stones“ Cover. „Wir spielen nur, was uns gefällt. Die meisten der Songs sind eher unbekannt - viele Zuhörer haben schon gedacht, sie seien von uns“, sagt Bertram Rhiel. Einer davon sei „Goodbye“ von Enuff Z‘ Nuff, das traditionell letzte Lied bei den Auftritten.

Am Sonntag mit dabei ist bei drei Liedern auch die ehemalige Bassistin Claudia Koch. Ansonsten fehlt aus der Band-Geschichte nur Schlagzeuger Marco Nau, den Christian Schick einst im zarten Alter von 13 Jahren ablöste.

Es gibt sogar noch CDs der Mardorfer Rocker zu kaufen: „Turn the Music Up“ fand Semmler einst in einem Kaufhaus eingeordnet in die Rubirk „Folklore aus der Karibik“. „Da passt sie nun gar nicht hin“, ergänzt er und lacht - nein, die Glassbowstones spielen von Gitarren geprägte Rock-Musik. Am liebsten laut.

Als Vorband tritt die Mardorfer Band Kabitt auf. Einlass in Raabs Saal ist ab 19 Uhr, das Konzert beginnt um 20 Uhr.

von Florian Lerchbacher

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