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Die ersten fünf Haushalte sind am Netz

Nahwärmenetz Die ersten fünf Haushalte sind am Netz

Der Erksdorfer Nahwärmegenossenschaft ist ein „Traumstart“ gelungen: Dank großen Einsatzes aller Beteiligten, vorneweg der Baufirmen, ließ sich der enge Zeitplan für den ersten Bauabschnitt einhalten.

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Angrenzend an eine Lagerhalle ist die Energiezentrale provisorisch in Betrieb gegangen. Im Inneren der Hütte (kleines Foto) sind Pumpe und Reservepumpe und die nötigen Ausgleichsbehälter untergebracht. Fotos: Michael Rinde

Erksdorf. Eine provisorische Hütte aus Sperrholzbrettern schützt die Energiezentrale von Erksdorfs Nahwärmenetz Innen stehen drei Ausgleichsbehälter und gleich am Eingang zwei große Pumpen. Letztere befördern die Wärme durch die ersten rund zwei Kilometer Nahwärmeleitung.

Von Oktober bis exakt zum 22. Dezember hat es gedauert, bis die Leitungen im Boden, überwegend in der Speckswinkeler Straße, verlegt waren. Die Energiezentrale liegt nur wenige Schritte von der Erksdorfer Biogasanlage, betrieben von den Familien Trier und Hewecker entfernt. Sie grenzt an eine große Halle, in der die Landwirte Getreide können. „Wenn unsere Anlage die Wärme nicht vollständig selbst benötigt, kann auch die Halle damit versorgt werden“, erläutert Hans-Jürgen Ackermann. Er und Eckart Becker sind die stellvertretenden Vorsitzenden der Nahwärmegenossenschaft Erksdorf, die hinter dem Großprojekt Nahwärmenetz steht. Ackermann lobt während einer kleinen Baustellenbegehung mit der OP die Baufirmen, die den knappen Zeitplan für den ersten Bauabschnitt einhalten konnten. Während der Straßenarbeiten habe es auch keinerlei Probleme mit Anliegern gegeben, freut sich Ackermann. Von der reinen Länge der verlegten Wärmeleitungen her gesehen sind zwar erst zwei von insgesamt sieben Kilometern verlegt.

Weiterbau ab Mitte März

Doch Ackermann und Becker erwarten, dass die folgenden beiden Bauabschnitte, bei denen noch einmal fünf Kilometer Leitungen in die Erde müssen, noch weniger problematisch ablaufen werden. „Dann werden wir fast nur noch in reinen innerörtlichen Straßen arbeiten“, sagt Ackermann. Je nach Witterung soll es ab Mitte März mit den reinen Straßenarbeiten weitergehen. In einigen Wochen sieht es an der Energiezentrale voraussichtlich schon ganz anders aus. Bisher steht nur einer der beiden Pufferspeicher von 60 Kubikmetern Fassungsvermögen. Auch die vorgesehene Holzhackschnitzel-Heizung und der für Spitzenlast-Zeiten oder Ausfälle eingeplante Ölheizkessel fehlen noch. Die wenigen Abnehmer, die jetzt schon versorgt werden, bewältigt die Biogasanlage aus eigener Kraft. Ackermann erwartet, dass die Holzhackschnitzel-Heizung je nach Witterung auch nur fünf bis sechs Monate im Jahr in Betrieb sein wird.

22 Haushalte sind seit wenigen Wochen theoretisch am Netz, zumindest hängen die Übergabestationen für die Nahwärme in den Kellern. Bisher nutzen aber erst vier bis fünf Erksdorfer das Nahwärmeangebot. „Viele brauchen jetzt noch ihre restlichen Heizölvorräte auf“, erläutert Ackermann. Andere sind noch mit dem Umbau ihrer Heizungsanlage befasst, für die sie selbst verantwortlich sind. Die Genossenschaft ist nur bis zur Übergabestation verantwortlich. Am Ende werden nach jetzigem Stand 122 Erksdorfer Gebäude angeschlossen sein. Doch Ackermann und Becker halten es für durchaus möglich, dass es noch Kurzentschlossene geben wird, die ebenfalls an das ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Nahwärmenetz anschließen wollen. „Ob das noch möglich ist, prüfen wir dann natürlich“, sagt Ackermann.

Genügend Wärmeleistung der Biogasanlage für weitere als die bisher eingeplanten Haushalte ist jedenfalls vorhanden. Bis zum Juli sollen zweiter und dritter Bauabschnitt abgeschlossen sein.

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