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Ostkreis Die ersten Kinder haben ein Zuhause
Landkreis Ostkreis Die ersten Kinder haben ein Zuhause
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20:44 25.07.2010
Zwei Jahre lang haben Claus und Mareike Müller aus Kirchhain auf diesen Augenblick hingearbeitet: Vor dem Tor des Waisenhauses „Shining Orphans“ (strahlende Waisen) stehen die ersten Bewohner. Quelle: Privatfoto

Kirchhain. Jeffa Chai ist fünf Jahre alt. Als er zwei Jahre alt war, starb sein Vater an Aids. Kurz darauf nahm sich seine Mutter das Leben. Es sind leidvolle Schicksale wie das des kleinen Jeffa, die Claus und Mareike Müller aus Kirchhain vor zwei Jahren dazu bewogen haben, sich für die „Ärmsten der Armen und die von der Welt vergessenen“ einzusetzen. Heute ist Jeffa eines von neun Kindern, die am 10. Juli in das von den Müllers gebaute Waisenhaus eingezogen sind. „Vielleicht sind es auch schon 15 Kinder, dass wissen wir aber noch nicht sicher“, sagt Mareike Müller. Denn in Kenia regnet es zur Zeit sehr stark, was das Erreichen des Waisenhauses erschwert.

Von April bis Mai dieses Jahres war das Ehepaar wieder in Kenia. Sie haben Möbel für das Waisenhaus bei einem Schreiner in Auftrag gegeben. „Wir haben gehofft, dass wir noch dabei sein können, wenn die Möbel das Haus erreichen“, sagt Claus Müller, der gerne noch beim Einrichten geholfen hätte. Am 10. Juni wurden die Möbel geliefert. „Als wir dann gehört haben, dass die ersten drei Kinder da sind, war das für uns wie ein Geschenk“, sagt der Rentner. „Unser Traum, für die Kinder ein Haus zu bauen, für sie ein Elternteil zu sein, so dass man am Ende des Tages ein Lächeln auf dem Gesicht der Kinder sehen kann, dieser Traum ist wahr geworden“, ergänzt Mareike Müller.

Jeden Tag kann es nun möglich sein, dass mehr Kinder hinzu kommen. Insgesamt kann das Waisenhaus 24 Kinder, vom Säuglingsalter an, aufnehmen. Und damit steigen natürlich auch die monatlichen Unterhaltskosten. „Dazu zählen Kosten für die Ernährung, die medizinische Versorgung der Kinder, den Kindergarten beziehungsweise die Schule, die Personalkosten, Strom und Wasser“, erläutert Claus Müller. 10.000 Liter fasst der Wassertank des Waisenhauses. Die reichen für etwa drei bis vier Wochen und kosten 35 bis 40 Euro. „Bei einem durchschnittlichen Einkommen von 40 bis 50 Euro im Monat ist das eine Menge Geld“, erklärt der 65-Jährige.

Die Gemeinde habe zwar eine Wasserleitung bis zum Haus gelegt, jetzt würden aber rund 350 Euro für den Wasseranschluss fehlen. Denn laut Jugendamt müsse immer Frischwasser vorhanden sein, erklärt Müller. „Für uns ist es jetzt die Hauptaufgabe, das Waisenhaus weiter am Laufen zu halten“, betont er. Stolz ist Claus Müller darauf, immer den korrekten Weg gegangen zu sein, auch wenn es so länger gedauert habe. „Dazu sind wir unseren Spendern verpflichtet“, sagt Müller. Gut sei es auch, sich auf eine verantwortungsvolle Hausmutter verlassen zu können, die sich rund um die Uhr um die Kinder kümmere. 80 Euro bekommt die Hausmutter im Monat. „Es müsste eigentlich viel mehr sein“, seufzt Müller.

Neben der Hausmutter sorgen noch zwei Hausmädchen, zwei Askaris (Wächter) und der Verwalter für den reibungslosen Ablauf in dem Waisenhaus. Kosten in Höhe von 1.200 bis 1.500 Euro müssen so monatlich bewältigt werden. „Ohne die vielen privaten und Firmenspenden wären wir nie so weit gekommen“, sagt Mareike Müller dankbar. Im Oktober wollen die Müllers wieder nach Kenia. „Dann wollen wir Hühner kaufen und einen Hühnerstall herrichten“, erklären sie. Einen dringenden Wunsch hat das Ehepaar noch. Denn im Büro des Waisenhauses fehlt ein dringend benötigter Lap-top. „Vielleicht findet sich ja ein Spender“, sagt Müller. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es im Internet unter www.shiningorphans.com.

von Karin Waldhüter

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