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Die Widersacher geben sich die Hand

Nach Streit in Erstaufnahme Die Widersacher geben sich die Hand

Mehrere Monate lang war es ruhig rund um die Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für Flüchtlinge in Neustadt. In den vergangenen Wochen tauchten ihre Bewohner aber gleich dreimal in den Polizeimeldungen auf: Einmal hatten drei Flüchtlinge einem anderen ein Handy abgenommen, einmal wäre es um ein Haar zu einer Massenschlägerei gekommen und einmal randalierten betrunkene Männer.

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In der Erstaufnahmeeinrichtung in Neustadt gab es kürzlich einen Streit.

Quelle: Archivfoto: Rinde

Neustadt. „Die Zusammensetzung der Bewohnerschaft hat sich in den letzten Monaten nicht verändert. In der Mehrzahl wohnen Familien in dieser Einrichtung“, antwortet Ina Velte, Pressesprecherin der Abteilung „Flüchtlingsangelegenheiten, Erstaufnahmeeinrichtung und Integration“ beim Regierungspräsidium Gießen auf eine Anfrage dieser Zeitung und ergänzt: „Die angesprochenen Vorfälle sind somit zumindest nicht auf eine sich ändernde Belegungspraxis zurückzuführen.“

Diese sei wie immer: Die Flüchtlinge – rund 50 bis 70 kommen derzeit täglich in Gießen an – durchliefen das Ankunftszentrum, um registriert zu werden. Dieser Prozess dauere zwei bis drei Tage. Dann würden sie auf die Erstaufnahmeeinrichtungen verteilt, berichtet Velte: „Wir schauen dabei, dass Konflikte vermieden werden, Familien zusammenbleiben und die Flüchtlinge gleichmäßig auf die verschiedenen Erstaufnahmeeinrichtungen verteilt werden.“ „In jeder EAE gibt es eine bunte Mischung. Dass wir gebündelt Menschen bestimmter Nationalitäten unterbringen, kann ich nicht bestätigen“, kommentiert ein weiterer Sprecher.

Zutz ruft die Männer zusammen und klärt die Lage

Auch Dominik Zutz, der Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung in Neustadt, berichtet, dass die Stimmungslage gut und die Zusammensetzung der Bewohner „wie immer bunt gemischt“ und nichts besonderes sei. Er habe die rund 100 Männer, die sich während eines Konfliktes gegenüberstanden, zusammengerufen und die Lage geklärt. Am Ende habe es ein Händeschütteln der Flüchtlinge gegeben und der Zwist sei ausgeräumt gewesen.

Am Vorgehen bei der Vorbereitung der Flüchtlinge auf das Leben, die Gepflogenheiten und die in ihrer neuen Heimat geltenden Regeln will das Regierungspräsidium nun jedenfalls nichts ändern. „Wir gehen davon aus, dass unsere bewährten Maßnahmen zur Konfliktvermeidung auch dieses Mal greifen“, resümiert Velte und fügt hinzu: „Dazu gehören unter anderem Konfliktgespräche mit Bewohnergruppen sowie Einzelgespräche unter Hinzuziehung von Landessozialarbeitern und Deeskalationstraining für Sicherheitsmitarbeiter.“

von Florian Lerchbacher

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