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Die Stadt soll jetzt prüfen

Noch kein Votum für Sitz der Grundschul-Betreuung Die Stadt soll jetzt prüfen

Wo soll künftig die Grundschulbetreuung in Rauschenberg angesiedelt sein? Darüber diskutierte der Ausschuss Kultur, Sport und Soziales intensiv und vorerst ohne Ergebnis.

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Die Kita Mäuseburg zählt zu den wenigen Einrichtungen des Landkreises, in denen das Mittagessen im Haus täglich frisch gekocht wird. Archivfoto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Auslöser der Diskussion war die Absichtserklärung des Magistrats, die Grundschulbetreuung ganz in die Rauschenberger Schule zu verlagern. Derzeit wird dort gut die Hälfte der Betreuungskinder außerhalb des Unterrichts bis 14 Uhr betreut. 20 weitere Kinder zwischen dem Grundschulalter und 14 Jahren besuchen die Hortgruppe der evangelischen Kindertagesstätte Mäuseburg in der Kernstadt, die Öffnungszeiten bis 17 Uhr anbietet.

Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) hatte die Verlagerung dieser Hortgruppe in die Grundschule während der jüngsten Stadtverordnetensitzung nicht zuletzt mit wirtschaftlichen Sachzwängen begründet. Die Stadt bringe für die zu den Kernaufgaben des Landkreises zählende Betreuung der Hortkinder jährlich mehr als 70000 Euro auf. Diese Summe lasse sich mit einer Verlagerung der Hortgruppe in die Grundschule erheblich reduzieren. Dann müsse die Stadt lediglich die Kosten für die verlängerte Öffnungszeit bis 17 Uhr allein tragen.

Astrid Wolf, Leiterin des Fachdienstes Betreuung an Grundschulen des Landkreises, erläuterte den Ausschuss-Mitgliedern und Kirchenvertretern das Betreuungsangebot des Kreises in Rauschenberg. Der betreue dort derzeit 22 angemeldete Kinder mit einer Sozialpädagogin und einer Praktikantin. Die tatsächliche Gruppenstärke schwanke zwischen 7 und 22. Genutzt würden ein Gruppenraum, eine Küche, die Fachräume und bei Bedarf auch die Klassenräume. Die Inhalte richteten sich nach den Bedürfnissen der Kinder. Die Betreuungszeit ende um 14 Uhr, das es für das übliche Zeitfenster bis 15 Uhr keine Nachfrage gebe. Eine Ausweitung der Betreuungszeit sei bei entsprechenden Engagement der Kommune und/ oder eines Fördervereins möglich.

Sorge um dieBetreuungsqualität

Die Übernahme der Hortgruppe aus der Kita Mäuseburg zum Schuljahresanfang nach den Sommerferien 2014 sei möglich, sagte Astrid Wolf. Dazu brauche der Landkreis jedoch eine Handlungsauftrag der Stadt Rauschenberg und einen gewissen Vorlauf, um einen unbenutzten Raum als Gruppenraum herzurichten und die Küche für eine Essensausgabe zu ertüchtigen. Dort gebe es mangels Nachfrage bisher kein Mittagessen. Das Essen selbst müsse durch einen Caterer geliefert werden, sagte Wolf.

Ilona Gerbitz-Mess, Leiterin der Kita Mäuseburg und Pfarrerin Kathrin Wittich stritten energisch für den Verbleib der Hortgruppe in der Kita und die Stadtverordnete Brigitte Klingelhöfer (SPD) sorgte sich mit Blick auf ein halbes Dutzend intensiver Betreuung bedürfender Hortkinder um die Betreuungsqualität. Diese Betreuung sei auch an der Grundschule gewährleistet und werde dort für mehrere Kinder praktiziert, versicherte Astrid Wolf.

Brigitte Klingelhöfer, die auch dem Kreistag angehört, erklärte sich bereit, über den Kreisschulausschuss vorzufühlen, ob der Landkreis eventuell bereit wäre, sich an den Betreuungskosten der Schulkinder in der Kita Mäuseburg zu beteiligen. Eine Verlagerung der kompletten Grundschul-Betreuung in die Kita schloss der Bürgermeiser gegenüber der OP aus. Für einen siebte Gruppe gebe es in der Kita keinen Platz.

Die sich lange Zeit im Kreis drehende Diskussion lenkte der Ausschussvorsitzende Frank Riedig (Grüne) schließlich auf ein ziel, in dem er einen Prüfauftrag für den Magistrat anregte. Der solle beim Landkreis abfragen, zu welchen pädagogischen, räumlichen, organisatorischen und finanziellen Bedingungen der Kreis die Betreuung aller Rauschenberger Grundschüler gewährleisten kann. Dem stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

Mit der Neufassung des Kindergarten-Betriebsvertrages befasste sich der Ausschuss nur kurz. Kernstück des mit dem Kreiskirchenamtes abgestimmten Vertrages: Die Stadt Rauschenberg trägt 90 Prozent aller Kosten, die evangelische Kirche als Träger nur noch 10 Prozent. Die Mehrkosten für die Stadt bezifferte Michael Emmerich auf 10000 bis 12000 Euro.

Mit drei Ja-Stimmen und einer Enthaltung billigte das Gremium den Vertrag.

von Matthias Mayer

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