Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Die Stadt ist voller Schätze

Ferienspiele Die Stadt ist voller Schätze

"Oh Gott! Oh Gott! Oh Gott!" Als sich Patricia Stoly vom Turm der Stadtkirche abseilte, flehte sie auf den ersten Metern um den ortstypischen Beistand - und kam sicher unten an.

Voriger Artikel
Naturschutz-Bund reicht heute seine A-49-Klage ein
Nächster Artikel
SPD will Bahnhofspläne neu diskutieren

Nicht nur Jugendliche reizten die Aktionen der Ferienspiele. Auch Jugendcafé-Mitarbeiterin Patricia Stoly seilte sich aus schwindelerregender Höhe vom Turm der Stadtkirche ab.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. Auf dem Turm, in der Kanalisation, im Bunker, auf dem See - Stadtallendorfs Jugendliche mussten sich während der Ferienspiele am Donnerstag an den verschiedensten Orten zurechtfinden. Die Mitarbeiter der Jugendpflege hatten sich einiges einfallen lassen, um das Geocaching - eine moderne Art der Schnitzeljagd mit GPS-Gerät - interessant zu gestalten. Bei den Jugendlichen kamen die verschiedenen Aktionen jedenfalls gut an, sogar so gut, dass auch Jungen und Mädchen mitmachten, die eigentlich gar nicht Teil der Ferienspiele waren: Sie entdeckten die verschiedenen Angebote und entschlossen sich spontan zur Teilnahme.

Insgesamt sieben Gruppen mit drei bis sechs Mitgliedern jagten am Ende nach den für das Geocachen so wichtigen Koordinaten, die für die Suche relevante Ortsangaben darstellen. Im Heinz-Lang-Park mussten sie dafür eine Ruderpartie über den See absolvieren und eine Lösung für das berühmt-berüchtige Rätsel vom Bauern finden, der ein Schaf, einen Kohl und einen Wolf im Boot über einen Fluss transportieren will, aber nur zwei Plätze neben sich frei hat.

Zwei „Caches“ hatten Streetworker Andreas Schumacher und seine Kollegen in Bunkern versteckt. Ein weiteres Ziel gab es im Millennium-Döner zu entdecken: Dort hatte sich eine Mitarbeiterin der Jugendpflege als Service-Kraft versteckt, die es zu enttarnen galt. „Sie musste natürlich mitarbeiten und hat das richtig gut gemacht“, freute sich Jugendpfleger Walter Mengel mit einem Augenzwinkern über die mögliche Berufsalternative für die junge Frau.

Unter dem neuen Festplatz mussten sich die Jugendlichen auf ihrer Suche 120 Meter in die Kanalisation wagen. Der Höhepunkt des Geocachings wartete aber im wahrsten Sinne des Wortes an der Stadtkirche. Dort galt es, sich vom fast 30 Meter hohen Turm abzuseilen und in schwindelerregender Höhe an der Außenwand einen der Codes zu entdecken.

Natürlich betreuten Mitarbeiter der Jugendpflege sämtliche Stationen. An der Kirche warteten sogar zwei Profis der „Skywalker“ aus Schwalmstadt, die sich um die Sicherheit kümmerten. Und doch war es trotz Seilen, Helmen und allen weiteren Vorkehrungen eine Überwindung, in luftiger Höhe sich über die Mauer zu schwingen und in die Tiefe zu stürzen.

Aber auch Erwachsene reizte der Nervenkitzel, und so seilte auch Patricia Stoly vom Team des Jugendcafés Babylon sich ab. Mit zittrigen Händen stand sie in luftiger Höhe und nahm noch rasch einen Tipp von „Skywalker“ Thomas Prinz in Empfang: „Wenn Du nicht mehr weiter weist: nicht abbiegen, einfach weiter runter.“

Stoly konnte in dem Augenblick nicht unbedingt über den kleinen Scherz lachen, schließlich kostete sie die Aktion einiges an Überwindung. Als sie dann wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war sie umso glücklicher: „Es war toll. Einfach toll. Aber ich bin froh, wieder unten zu sein.“

Am Samstag enden die Ferienspiele mit einer öffentlichen Dance-Party ab 19 Uhr im Jugendzentrum.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr