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Die Metal-Familie findet sich zusammen

Ragnarock-Festival Die Metal-Familie findet sich zusammen

Zum elften Male verwandelte sich Langendorf in ein Dorf mit zwei Welten. Am Sportplatz feierten die Metal-Fans drei Tage lang ihr Kult-Festival.

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Langendorf. Ganz in schwarz sind die meisten gekleidet. Die Dorfbewohner lassen sich mit ihren bunten Klamotten schnell von den Metal-Fans unterscheiden. Aber das macht keinem was aus. Denn das Ragnarock- Open-Air in Langendorf unterscheidet sich von anderen Festivals dadurch, dass es sehr familiär ist. Jeder kennt jeden und wer sich noch nicht kennt, wird sich am Ende der drei Tage kennen. Von Donnerstag bis zum späten Samstagabend war die Fangemeinde zusammen.

Neben der Musik ist es auch der familiäre Charakter des Ragnarock-Festivals, warum so viele Fans jedes Jahr wiederkommen. „Es ist ein Muss für jeden Metal-Fan aus Hessen“ stellt Steffi, 24, aus Marburg fest. Und da geben ihr viele recht.

Ragnarock ist auch in der elften Auflage immer noch ein Festival von Fans für Fans, auch wenn es immer professioneller wird. Vor zehn Jahren beim ersten Ragnarock spielten drei Bands an einem Tag. Dieses Jahr sind es 26 Bands an 3 Tagen. Das Organisationsteam rund um Dany Reinhardt, Björn Drott, Martin Schwab und Sascha Scheuanski konnte für dieses Jahr als Headliner die Power Metal-Band „Powerwolf“ engagieren, die mit ihrem aktuellen Album „Blood of Saints“ immerhin Platz 23 der deutschen Album-Charts erreicht haben.

Große Unterstützung erhält die „RagnaCrew“ wie jedes Jahr von den Dorfbewohnern Langen­dorfs. So versorgt ein ­Bauer die Camper mit frischem Wasser. Als ein Tourbus hängen bleibt, kommen sofort einige mit ihrem Traktor und ziehen den Bus aus dem Matsch. Als Dank darf sich die Dorfbevölkerung kostenlos das Spektakel angucken. Und das wird auch gerne in Anspruch genommen. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen die Langendorfer vorbei.

Für den vollen Müllsackgibt es ein Plakat

„Es ist ein Highlight zu sehen, wie die Jugend zu Metal abgeht“, stellt ein Langendorfer Paar bei seinem Besuch am Samstagnachmittag fest. Bis zum Nachmittag hatte die „RagnaCrew“ rund 800 Besucher gezählt - da stand der krönende Abschluss noch aus. Das Wetter spielt auch mit - rechtzeitig zum Wochenende lässt der Regen nach. Aber der Boden ist einfach zu nass und so müssen die Autos am Straßenrand geparkt werden und dürfen nicht wie in den Jahren zuvor direkt im Campingbereich abgestellt werden. Dafür hat man sich was für das Müllproblem der Vorjahre einfallen lassen. Für jeden vollen Müllsack gibt es ein Ragnarock-Kinoplakat als Andenken oder ein Freigetränk.

Sowohl auf dem Campingplatz als auch im Festivalbereich ist die Stimmung durch und durch locker und gelassen. Bei den Zelten findet jeder sehr schnell Anschluss, man kann sich jederzeit irgendwo dazusetzen und bekommt gleich ein Bier angeboten. Es gibt auch Ungewöhnliches: Die „Blech Devil-Allstars“ haben ihren großen Auftritt. Das ist eine Blaskapelle. Sie spielten Rockklassiker wie „Highway to Hell“ von AC/DC. Plötzlich ist auf dem Platz mehr los als bei der Metalband vorher.

Auch oben am Sportplatz sind alle gut gelaunt und feiern einfach miteinander. Sogar die Feuerwehr muss zugeben, dass es beim Festival friedlicher abläuft als bei mancher Dorfkirmes. Frei nach dem Motto „Ragna ist kleiner, besser, billiger“ wird es auch im nächsten Jahr wieder viele Metal-Fans nach Langendorf ziehen.

von Mareike Bader

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