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Die Hüter des Vogelparadieses

NABU Schweinsberg feiert Die Hüter des Vogelparadieses

Die Hauptaufgaben des Naturschutzbundes (NABU) Ortsgruppe Schweinsberg liegen in der Landschaftspflege und hauptsächlich im Vogelschutz: Alljährlich veranstalten die Mitglieder gemeinsam eine Grillfeier auf dem Vereinsgelände.

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Schweinsberg. Sanft streicht der Wind vom Schweinsberger Moor über die langen Halme, die sich leicht im Wind biegen und ein kühlendes Lüftchen bis hinüber zum nahen Vereinsheim der NABU-Ortsgruppe Schweinsberg tragen. Für Maurice Sebastiani, der am heißen Grill die Steaks und Würstchen wendet, bei den sommerlichen Außentemperaturen eine willkommene, aber sicherlich kaum ins Gewicht fallende Abkühlung. An Tischen und Bänken können die rund 40 Mitglieder die selbst gemachten Salate, kühlen Getränke und das frische Grillgut in einer herrlichen Naturlandschaft genießen.

Mit seinen 43 Hektar stellt das Schweinsberger Moor ein kleines Paradies für die Vogelwelt dar. Rund 80 Brutvogelarten beherbergt das Moor, das an seiner tiefsten Stelle etwa vier Meter misst. Rund 120 Vogelarten leben hier oder nutzen das Gebiet, um hier beim Durchzug eine Rast einzulegen. Regelmäßig, und von den Mitgliedern der Ortsgruppe gern gesehen, können sich hier Besucher alle 14 Tage immer sonntags einen Einblick in die Vielfalt der Vogelwelt verschaffen. Vor zwei Jahren feierte die NABU-Ortsgruppe Schweinsberg ihr 25-jähriges Bestehen. Gründungsmitglied Helmut Hahn, der von Beginn an bis heute den Vorsitz innehat, übernimmt die Moorführungen der rund 15 bis 20 Gruppen, die alljährlich nach Schweinsberg kommen.

„Zu uns kommen Schüler der umliegenden Grundschulen und Kindergärten, NABU-Nachbargruppen, Gruppen aus dem Klinikum in Marburg oder aus Abteilungen des Finanzamtes“, nennt der 73-Jährige einige Beispiele.

Von außen recht unscheinbar, präsentiert sich das Vereinsheim, das vor einigen Jahren durch große Eigenleistungen entstand, innen mit einem beeindruckenden Panoramafenster, das den Blick rundum zur Vogelbeobachtung auf das herrliche Moorgebiet freigibt. Eine kleine Dauerausstellung im Obergeschoss zeigt zudem einige im Moor vorkommende Vogelarten, wie die seltene Bekassine und die Wasserralle, die unter Naturschutz stehen.

Rund 60 Mitglieder zählt die Ortsgruppe heute. „Die Mitglieder kommen aus dem gesamten Ostkreis“, erklärt Hahn, der seine Liebe zur Natur und der Vogelwelt schon in früher Kindheit entdeckte.

Zwischen Niederklein und Schweinsberg hat die Ortsgruppe in einer vier Hektar großen Sandgrube ein Flachgewässer für Amphibien, insbesondere für den Laubfrosch, angelegt und in einer Steilwand Löcher für die Uferschwalbe geschaffen. Zudem sind Nistkästen für die Kirche gebaut worden. „Damit die Schleiereule, der Turmfalke und die Dohlen, die in Schweinsberg eine Kolonie von rund 40 Tieren bilden, auch hier bleiben“, so Hahn. Im hinteren Bereich des Vereinsheims lebt eine Vielzahl von Insekten in einem „Insektenhotel“, das von Schülern der Beruflichen Schulen Kirchhain gebaut wurde und von den Mitgliedern der Nabu betreut wird.

16 Nabu-Ortsgruppen gibt es im gesamten Landkreis Marburg-Biedenkopf. Hessenweit zählt die Gesellschaft rund 40 000 Mitglieder.

von Karin Waldhüter

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