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Die Garde kommt in friedlicher Absicht

Bürgergarde Die Garde kommt in friedlicher Absicht

Wohratal hat eine Bürgergarde – doch bis die Scharfschützen aus der Taufe gehoben werden konnten, musste Peter Hartmann viel planen, den Zoll besuchen und die Waffenbehörde überzeugen.

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Zwei Mitglieder fehlten, als die Wohrataler Scharfschützen während der Prunksitzung in ihrer Heimat erstmals Aufstellung nahmen und sich ihren begeisterten Mitbürgern präsentierten.

Quelle: Florian Lerchbacher

Wohratal. Seit der Prunksitzung ist bekannt: Bürgermeister Peter Hartmann ist ein Abgesandter des englischen Königshauses, der die Gemeinde Wohratal vor den Franzosen verteidigen soll. So zumindest lautete die Erklärung der Narren für die Uniform ihres Kommandanten, die der Kleidung der „95th Rifles“, einer leichten Infanterieeinheit aus der Zeit um das Jahr 1800, nachempfunden ist.

Bei der Detailplanung ihrer Uniformen orientierten sich die Gardisten an der „Königlich Deutschen Legion“ aus Kurhannover. „Die Wohrataler Scharfschützen tragen historischen Vorbildern nachempfundene Schützenuniformen der napoleonischen Zeit in tannengrüner Farbe“, ergänzt der Kommandant. Der Kontrast zu anderen Garden des Landkreises habe ihnen am Herzen gelegen: „Hier bot die Chronik von Wohratal Hilfestellung: Dort ist überliefert, dass es ab Mitte des 17. Jahrhunderts ein eigenes Forstrevier im heutigen Ortsteil Wohra gab“, sagt der Bürgermeister.

Im 18. Jahrhundert hätten sich aus Förstern und Forstläufern militärische Einheiten gebildet – was für die Scharfschützen eine ausreichende Verbindung zwischen Forst- und militärischem Dienst darstellt und somit auch die Entscheidung für die Farbe Grün rechtfertigt.

„Das passt sehr gut in unseren Burgwald. Wenn es damals tatsächlich eine Bürgergarde in Wohratal gegeben hätte, dann hätte sie eine ähnliche Uniform getragen, kommentiert Gardist Jens Ratz. Die Farbe solle die Lage Wohratals am Burgwald, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Hessens, symbolisieren und dafür werben – um diesen Gedanken in die Welt hinauszutragen, wollen die Wohrataler nicht nur während der Faschingssaison die Gemeinde repräsentieren. Zum Beispiel planen sie, am Hessentags-Umzug teilzunehmen.

von Florian Lerchbacher

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