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Die Blitzerpläne sind wohl vom Tisch

Verkehr Die Blitzerpläne sind wohl vom Tisch

Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Pläne der Stadt Amöneburg, feste Blitzer zu installieren, an den Finanzen scheitern. Von ursprünglich vier angedachten Standorten sind ohnehin nur noch zwei im Rennen.

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Wenn die Stadt Amöneburg fest installierte Blitzanlagen wie in Niederwetter haben möchte, müsste sie sich finanziell beteiligen. Wie hoch ihr Beitrag wäre, muss sie noch abwarten.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Amöneburg. Als Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg im vergangenen Jahr den Stadtverordneten von seinen Blitzerplänen berichtete, hatte er nicht gerade für Jubel gesorgt. Dass tatsächlich eine feste Anlage eingerichtet wird, scheint allerdings nach der Entwicklung der vergangenen Monate ohnehin unwahrscheinlich.

Vier Standorte hatte die Stadt angedacht. Vom Tisch sind nach Angaben des Rathauschefs bereits der Abzweig nach Erfurtshausen auf der Landesstraße 3289 Richtung Haarhausen und die Ausfahrt nach Rüdigheim auf der Landesstraße 3073 Richtung Schweinsberg. Experten der Polizeiakademie würden dort keine Gefahrenpunkte sehen, die besonders schützenswert seien, berichtet Richter-Plettenberg und ergänzt: „Die Kommune könnte natürlich davon abweichen - das macht aber keinen Sinn.“

Die Akademie habe mitgeteilt, dass die Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen bei Erfurtshausen zu gering und die Ausfahrt noch dazu sehr übersichtlich sei, entsprechend wäre ein Blitzer unzulässig. „Dann wollen wir aber wenigstens erreichen, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 auf 80 geändert wird“, betont der Bürgermeister. An der Ausfahrt Richtung Rüdigheim gibt es laut Rathauschef sehr viele Geschwindigkeitsübertretungen, entsprechend blitze die Stadt oft mobil: „Das hat aber scheinbar keinen erzieherischen Effekt, deswegen wollten wir einen festen Blitzer.“ Dafür sei der Standort laut Polizeiakademie jedoch zu übersichtlich.

Daumen hoch habe es indes für Standorte am Ortseingang von Mardorf (aus Roßdorf kommend) und in der 30er-Zone in Roßdorfs Mitte gegeben. „In Mardorf sind Schulbushaltestelle und Kindergarten in der Nähe. In Roßdorf liegt dort ebenfalls eine Schulbushaltestelle, außerdem gibt es viele Fußgänger und viel Verkehr“, berichtet Richter-Plettenberg. Aus diesen Gründen halte die Akademie Blitzer dort für gerechtfertigt.

Nun wartet die Stadt auf das Angebot eines Dienstleisters, der die Anlagen aufstellen würde. Die Zuversicht hält sich auf Amöneburger Seite allerdings in Grenzen. Grund dafür ist, dass die Firma eigene Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen hat. Dabei hat sie in Bezug auf das Verkehrsaufkommen auch Kennzeichen analysiert und Prognosen erstellt. „Durch Roßdorf fahren zu wenig Fremde. Der Gewöhnungseffekt wäre so stark, dass das Unternehmen glaubt, dass die Wirtschaftlichkeit einer Blitzanlage auf die Dauer nicht gesichert wäre“, sagt der Bürgermeister über eine erste Einschätzung von Seiten des Dienstleisters. Aus diesem Grund müsste sich die Stadt an den Anlagen beteiligen - was natürlich in Zeiten klammer Kassen und vor dem Hintergrund einer mangelnden Wirtschaftlichkeit schon fast ein Ausschlusskriterium ist. Dieser Einschätzung will sich der Bürgermeister allerdings nicht anschließen: Die Stadt warte erst einmal das Angebot ab. „Falls wir das Risiko übernehmen, ist das der Beweis, dass wir es mit den schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern gut meinen und keine wirtschaftlichen Interessen an Blitzern haben“, kommentiert Richter-Plettenberg.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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