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Ostkreis Die Biogasanlage kann kommen
Landkreis Ostkreis Die Biogasanlage kann kommen
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19:39 16.01.2012
In Erfurtshausen betreibt Rudi Schick bereits eine Biogasanlage. Nun erteilte ihm das Regierungspräsidium auch die Erlaubnis für den Betrieb einer Anlage in seiner Heimat Mardorf. Quelle: Archivfoto

Mardorf. „Es gab unterschiedliche Ansichten über die Privilegierung“, berichtet Rudi Schick über die Gespräche mit dem Regierungspräsidium in Gießen und die Verzögerungen bei der Genehmigung der Biogasanlage.

Die Frage sei gewesen, ob er als Landwirt außerhalb der Ortslage bauen dürfe. Letztendlich sei aber klar geworden: Er darf. Eine Halle steht bereits, und auch die Silos sind schon angelegt. Schicks Ziel ist es, dass seine Anlage noch vor der nächsten Heizsaison in Betrieb geht.

Stromtechnisch gesehen ist das für die Mardorfer weniger interessant, da Schick den Strom ebenso wie bei seiner Anlage in Erfurtshausen an E.on verkauft. „Ich bekomme über die Einspeisevergütung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz mehr, als der Kunde für seinen Strom bezahlt“, erklärt er.

Spannend für die Mardorfer ist nun die Frage: Ans Nahwärmenetz anschließen oder nicht? Schick zumindest plant den Bau eines solchen Netzes. Einen Kooperationspartner hat er auch bereits gefunden: Die Stadtwerke Marburg wären bereit, das Projekt umzusetzen – allerdings nur, wenn sich im ersten Bauabschnitt mindestens 50 Objekte anschließen lassen (zusätzlich zu den öffentlichen Liegenschaften) – oder wenn 1,7 Millionen Kilowattstunden geschätzter Wärmeabnahme zusammenkommen. Denn erst dann wäre das Netz wirtschaftlich betreibbar.

Im ersten Abschnitt soll der alte Ortskern vom Bürgerhaus kommend mit Nahwärme versorgt werden – weitere Abschnitte würden das Gebiet bis zur Landesstraße und später auch jenseits der Homberger Straße umfassen. Doch zunächst ist der erste Teil das Thema – speziell geschulte Berater von Stadtwerken und Rudi Schick wollen dieser Tage durch den Ort ziehen, um den Bürgern das Projekt und dessen Vorteile im Detail vorzustellen.

„Der CO2-Ausstoß pro Kopf wäre geringer. Außerdem wären die Menschen, die sich an das Netz anschließen lassen, nicht mehr so stark vom Markt abhängig. Nahwärme ist günstiger als Wärme, die mit Heizöl erzeugt wird“, nennt Schick als Vorteile und fügt hinzu: „Außerdem brauchen die Bürger dann keinen Schornsteinfeger mehr. Noch dazu könnten sie die Heizungsanlage rausschmeißen und hätten mehr Platz im Haus.“

Rund 5.000 Euro müsste jeder investieren, der sich an das Netz anschließen lassen und einen Heizstandard haben will, wie bisher. Über die genauen Kosten könnten die Berater detailliert informieren, fasst Schick zusammen.meister.

von Florian Lerchbacher

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