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Ostkreis Die Autobahn 49 erhitzt die Gemüter
Landkreis Ostkreis Die Autobahn 49 erhitzt die Gemüter
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06:16 16.05.2012
Rund 50 Bürger, darunter viele aus den Stadtteilen, waren ins historische Rathaus gekommen. Quelle: Klaus Böttcher
Neustadt

Rund 50 Bürger begrüßte der Stadtverordnetenvorsteher KarlStehl im historischen Rathaus. Bürgermeister Thomas Groll beleuchtete zunächst die finanzielle Situation der Stadt. Bis 2008 sei der städtische Haushalt stets ausgeglichen gewesen; seitdem nicht mehr. Das liege einerseits an der Wirtschaftskrise ab 2008 und andererseits an der geänderten Haushaltsführung der „Doppik“, erklärte Groll. Er erläuterte die Notwendigkeit zu Gebührenerhöhungen, ging auf die Hauptausgaben und die Haupteinnahmen ein, beklagte aber auch, dass die von der Stadt an den Kreis zu zahlenden Umlagen viel stärker gestiegen seien, als die Schlüsselzuweisungen, die Neustadt vom Land erhalte. „Wir brauchen einen Finanzausgleich, der die ländliche Region berücksichtigt“, forderte er.

Derzeit habe die Stadt 7,6 Millionen Euro Schulden. Was sich die Stadt künftig noch leisten könne, müsse im Dialog unter den Fraktionen und im Gespräch mit den Bürgern geklärt werden. Bei der Versammlung meldete sich kein Bürger zu diesem Punkt zu Wort.

„Eine unendliche Geschichte“ könnte man den Bau der A 49 überschreiben, meinte der Bürgermeister und fasste nochmals den Sachstand zu den drei noch fehlenden Bauabschnitten zusammen (die OP berichtete mehrfach). „Die Stadt Neustadt wollte den Weiterbau der Autobahn in einem Zug“, erinnerte Groll an ein altes Versprechen, das nun nicht mehr gilt. „Die jetzige Situation erfüllt uns mit Sorge“, sagte er mit Blick auf das zumindest zeitweise zu erwartende Autobahnende in Treysa, was für Neustadt ein kaum zu verkraftendes Verkehrsaufkommen bedeuten würde. An eine Umgehungsstraße für Neustadt sei nicht mehr zu ­denken, betonte Groll: „Wir bauen euch doch eine Autobahn, wird der Bund dazu sagen.“ Er stellte nochmals die Wichtigkeit der A 49 für die Region heraus.

Mombergs Ortsvorsteher, Jörg Grasse warnte vor einem Autobahnende in Treysa: „Der Verkehr fließt auch durch Mengsberg und Momberg. Wir können uns nicht annähernd ausmalen, was dann auf uns zukommt.“ Martin Krapp befürchtete, dass die A 49 dauerhaft in Treysa enden könnte. Schließlich sei die Straße in Wiera ausgebaut worden und zwischen Neustadt und Stadtallendorf erneuert worden. Ein Bürger meinte, Aktionen wie auf der Bundesstraße 252 würden helfen.

von Klaus Böttcher