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Dialog mit den Bürgern hat Vorrang

Bürgermeisterwahl in Rauschenberg Dialog mit den Bürgern hat Vorrang

Die SPD schickt für die Rauschenberger Bürgermeisterwahl am 7. Oktober Markus Heeb ins Rennen. Für den Verwaltungsfachmann aus Kirchhain ist dies die erste Kandidatur.

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Hier will er hinein: Markus Heeb, Bürgermeisterkandidat der SPD, posiert schon einmal für die OP vor dem Rauschenberger Rathaus. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Als seine Partei den in Burgholz aufgewachsenen und heute mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Kirchhain lebenden Markus Heeb auf den Kandidaten-Schild hob, kannte ihn in Rauschenberg kaum jemand. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert. Seit Monaten zieht der Diplom-Verwaltungswirt mit betriebswirtschaftlichem Aufbaustudium in Rauschenberg von Tür zu Tür und stellt sich vor. Sein freundliches, höfliches und zugängliches Wesen und seine Fähigkeit, zuhören zu können, mögen dabei als Türöffner dienen. Der Kandidat berichtet von vielen guten Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern und deren Dankbarkeit, wenn jemand ihre Anliegen ernst nimmt.

Dass Markus Heeb als kommunalpolitischer Novize ins kalte Wahlkampfwasser geworfen wurde hat einen einfachen Grund: sein Beruf. 25 Jahre lang arbeitete der einst jüngste Kirchhainer Beamte für die Stadtverwaltung Kirchhain. Die „Hauptamtlichen“ dürfen sich in ihrer Kommune nicht um ein Wahlamt bewerben. Heute arbeitet der 43-Jährige als Hauptamtsleiter in Beselich bei Limburg nach einer Zwischenstation in gleicher Funktion in der Gemeinde Schenklengsfeld bei Bad Hersfeld.

Eins kann Markus Heeb nicht leiden, und das ist Stillstand. Der innen- und sozialpolitische Stillstand in der letzten Amtsperiode Helmut Kohl ließ ihn 1998 in die SPD eintreten. Ihm habe die Absicht Gerhard Schröders, das Land wieder zu bewegen, imponiert, sagt der Kandidat, der nun selber in Rauschenberg etwas bewegen möchte. Nicht umsonst steht seine Kampagne unter dem Leitwort „Anpacken für Rauschenberg.“

Er sieht gute Chancen, dass dies in seiner politischen Wahlheimat gelingen kann. Die Probleme seien in allen Kommunen gleich, die Finanznot sei überall groß - nicht nur in Rauschenberg. Als Stärke und als Chance für die Stadt sieht er die politische Kultur in der Stadtverordnetenversammlung, die trotz des Streits um die Kratz‘sche Scheune vorbildlich sei. Die Fraktionen einige der feste Wille, das Beste für Rauschenberg und seine Bürger zu erreichen. Diesem Willen wolle er auch als Bürgermeister dienen - nicht als Parteisoldat und sozialdemokratischer Einheizer, sondern „als neutrale und fachliche Institution, die für alle Bürger da ist.“

Ganz besonders wichtig ist dem Bewerber die Bürgernähe. Gegenüber der OP kündigte er monatliche Sprechstunden in der Kernstadt und in allen Stadtteilen an sowie regelmäßige Bürgerversammlungen. Er wolle die Menschen mitnehmen, sie einladen, die Zukunft ihrer Stadt mitzugestalten. Das gelte auch für die Kinder und Jugendlichen, die nach seinen Vorstellungen in Projekten der Stadtjugendpflege sagen sollen, was ihnen in ihrer Stadt, in ihrem Dorf gefällt und was sie vermissen. „Wir können die Menschen nur an Rauschenberg binden, wenn sie sich schon in jungen Jahren hier wohlgefühlt haben“, sagt Markus Heeb.

Rauschenberg soll mit seinen Pfunden wuchern

Dieses Instrument ist für ihn auch ein Ansatz im Kampf gegen Leerstand und gegen die Folgen der demografischen Entwicklung. Hier möchte er zudem durch ein verbessertes Stadtmarketing den Hebel ansetzen. Rauschenberg müsse in der öffentlichen Darstellung mit seinen Pfunden wuchern, zu denen die Schönheit der Stadt und der Stadtteile, die Umgebung mit hohem Freizeitwert und die gute Infrastruktur zähle. „Eine gute Infrastruktur zieht die Menschen an“, sagt Markus Heeb, der diese noch optimieren möchte. Ein zentraler Baustein dafür - im doppelten Sinne - ist für ihn die Kratz‘sche Scheune.

Die Vereine benötigten für ihre Entfaltung das Gemeinschaftshaus ,und ohne Vereine als wichtigste Kulturträger sterbe die Stadt „Die Menschen wollen hier nicht nur wohnen, sie wollen in Rauschenberg auch leben“, verteidigt er das kostspielige Scheunen-Projekt. Zudem könnten auf dem Areal rund um die Scheune seniorengerechte Wohnungen entstehen - in unmittelbarer Nähe des Alten- und Pflegeheimes Haus Rauschenberg mit seinen vielfältigen Einrichtungen, nennt Markus Heeb ein Beispiel, für die mögliche Entwicklung der Stadt.

Für die Verbesserung der Rauschenberger Finanzlage setzt auch Markus Heeb auf die erneuerbaren Energien. Der Windpark im Rauschenberger Stadtwald müsse nun wirklich zügig umgesetzt werden, fordert er. Dabei hat er nicht nur die jährlichen Pachteinnahmen, sondern auch erhebliche Gewerbesteuereinnahmen im Auge. Pro Megawatt Leistung und Jahr fielen 25000 Euro an. Das wären beim Bau von fünf Windrädern mit drei Megawatt Leistung allein bei den Gewerbesteuern ein Einnahmeplus von 375000 Euro pro Jahr.

Zugleich kündigte der Kandidat eine „aktive Bestandspflege“ der bestehenden Unternehmen an. „Wir müssen sie da abholen, wo sie stehen, und ihnen innerhalb der Stadt jede Entwicklungsmöglichkeit geben“, fordert Heeb, der zudem die Ortsbeiräte durch Zuteilung eines kleinen Jahresbudgets stärken möchte.

Internet: www.markus-heeb.de

von Matthias Mayer

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