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Ostkreis Deutsche Bahn 
verlängert IC-Testphase
Landkreis Ostkreis Deutsche Bahn 
verlängert IC-Testphase
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00:19 20.08.2018
Ein Bild mit Symbolcharakter: Marian Zachow, der Erste Kreisbeigeordnete, steigt alleine aus dem IC 2376 nach Rügen aus – dem ersten, der in Stadtallendorf hielt. Die Bahn kritisiert, dass dort zu wenige Reisende das IC-Angebot nutzen. Quelle: Matthias Mayer
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Stadtallendorf

Ende 2018 würde die Testphase der Bahn auslaufen. Dann hätte sie Stadtallendorf zwei Jahre lang von ICs anfahren lassen – mit einem Ergebnis, dass das Unternehmen eigentlich nicht zufriedenstellt. „Der Fernverkehr der Deutschen Bahn hat allein in 2017 an rund 350 Tagen in Stadtallendorf insgesamt rund 3700 IC-Halte angeboten. Daher war durchaus eine positivere Nachfrageentwicklung bei diesen IC-Halten zu erwarten“, teilt ein Bahnsprecher mit und betont: „Leider aber stagniert die Zahl der IC-­Kunden in Stadtallendorf weiterhin bei im Schnitt deutlich weniger als zehn Reisenden pro Zughalt.“

Damit seien die Voraussetzungen für „eine dauerhafte Beibehaltung des Systemhalts Stadtallendorf im Fernverkehr (...) leider nicht erfüllt“. Dennoch hat sich die Deutsche Bahn entschlossen, die Testphase noch um ein weiteres Jahr bis Ende 2019 zu verlängern. Das Unternehmen setzt aus zwei Gründen auf Besserung.

Bahn plant sukzessiven Verjüngung der Fahrzeugflotte

Zum einen ruhen die Hoffnungen auf den Bemühungen der Stadt, den Fernverkehrshalt bei Unternehmen, der Bundeswehr und der Bevölkerung stärker zu bewerben und die Bus-Anbindung aus Stadt und Umland zu optimieren. Zum anderen, weil sie künftig ICE-Züge einsetzt und den Kunden mithin erhöhten Komfort bietet. Ab dem 9. Dezember ersetzt die Bahn, wie ein Sprecher hervorhebt, die ICs durch ICEs.

„Dies wird im Rahmen der sukzessiven Verjüngung unserer Fahrzeugflotte und dem weiteren Zulauf neuer Fahrzeuge möglich“, sagt der Sprecher und ergänzt: „Damit wird Stadtallendorf testweise ICE-Systemhalt.“ Künftig könnten sich die Kunden also auf ein „komfortableres Reiseerlebnis“ freuen, beispielsweise durch W-LAN, Ruhebereiche sowie ein Bordrestaurant/-bistro.

Durch die höhere Geschwindigkeit auf der Strecke zwischen Hannover und Kassel könne so auch die Pünktlichkeit verbessert werden, freut sich Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi über die Mitteilung, stellt aber auch heraus, dass er Kritik in Richtung Bahn gesendet habe: Dabei monierte er, dass zahlreiche Baustellen den Verkehr behinderten. Ein Hinweis, den das Unternehmen akzeptiert habe aber auch gleichzeitig mitteilte, dass auch in Zukunft Baustellen und somit Behinderungen des Bahnverkehrs nicht zu vermeiden seien.

Bahnsprecher: „Im Umfeld der Stadt besteht Potenzial“

Insgesamt ist der Bürgermeister froh über die IC-Anbindung seiner Stadt. Die „wesentlichen Ziele“ Deutschlands seien durch das Angebot „optimal“ zu erreichen: „Außerdem hat unser Bahnhof alles, was man braucht: Er ist neu und barrierefrei. Ich sage immer: Man kann barrierefrei von Stadtallendorf bis nach New York reisen.“

Er will sich mit dem RMV noch einmal abstimmen, um eine Verbesserung der Verbindung Bus-Bahn zu erreichen. Noch dazu plant er, Stadtallendorf als IC-Halt noch intensiver zu bewerben: „Im Umfeld der Stadt besteht noch einiges an Potenzial“ sagt er und hofft, beispielsweise aus Neustadt, Kirchhain, Kirtorf oder auch Homberg Pendler anlocken zu können.

Während die Bahn indes von „deutlich weniger als zehn“ Reisenden spricht, die pro Zug den IC-Halt Stadtallendorf nutzen, sagt Somogyi: „Zehn Reisende ist meines Erachtens kein schlechtes Ergebnis – aber das sollte sich auch noch optimieren lassen.“ Nun hofft er, dass die Bürger die Bemühungen von Bahn und Stadt honorieren und das Angebot verstärkt annehmen: „Zum Schluss liegt es natürlich an den Kunden …“

von Florian Lerchbacher

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