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Ostkreis Zukunft des IC-Halt in Stadtallendorf ungewiss
Landkreis Ostkreis Zukunft des IC-Halt in Stadtallendorf ungewiss
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00:16 10.07.2018
Ein Intercity durchfährt den Stadtallendorfer Bahnhof. Wie es mit dem Angebot weitergeht, bleibt noch offen. Quelle: Archivfoto: Matthias Mayer
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Stadtallendorf

Im Juli 2016 herrschte allgemeine Freude bei den politisch Verantwortlichen in Stadtallendorf und der Region. Die Bahn kündigte an, ihr Intercityangebot im Industriezentrum massiv auszubauen. Am Ende kamen mit dem Fahrplanwechsel 2016/2017 zwölf Intercityhalte täglich dabei heraus.

Doch schon nach wenigen Monaten folgte die erste Ernüchterung, als die Fahrgastzahlen ganz offensichtlich hinter allen Hoffnungen und Erwartungen weit zurückblieben.

Fahrgastzahl "auf niedrigem Niveau"

Zur aktuellen Situation bei den Fahrgastzahlen für Fern­züge in Stadtallendorf gibt es auf Nachfrage dieser Zeitung nur eine sehr knapp gehaltene Auskunft. „Die Zahl der Fahrgäste bewegt sich auf einem niedrigen Niveau“, sagt ein Unternehmenssprecher. Nachfragen bleiben seitens des Unternehmens unbeantwortet. Vor wenigen Wochen hatte sich Bürgermeister Christian Somogyi wieder einmal per Brief an die Bahn gewendet und dabei für den Intercityhalt Stadtallendorf geworben.

Im Schreiben, das er allen Stadtverordneten zur Kenntnis gegeben hat, hatte er unter anderem darauf verwiesen, dass die Anbindung an das Fernzugnetz auch für die Bundeswehr von großer Bedeutung ist. Dabei verweist Somogyi darauf, dass der Standort Stadtallendorf sogar noch einmal wächst, sollte die Hessen-Kaserne doch erhalten bleiben.

Und er verweist auf die zahlreichen Einschränkungen, die es in diesem Jahr für Stadtallendorf und die Region beim Intercityangebot gibt. Grund sind die Baustellen auf der Main-Weser-Bahn. Auf dem aktuell am Bahnhof Stadtallendorf hängenden Baustellen-Fahrplan ist keine Intercity-Verbindung vorgesehen. Das soll nach Bahnangaben im Internet bis 12. August so bleiben.

Spannung vor dem Fahrplanwechsel ist groß

Auch darüber hinaus sind Einschränkungen möglich, da es weitere Arbeiten auf der stark befahrenen Bahnstrecke gibt. „Um mehr Frequenz auf dieser Strecke zu ermöglichen, sind solche Arbeiten unumgänglich“, so der Bahnsprecher zur Situation. Wann sie sich endgültig wieder entspannt, kann er noch nicht vorhersagen.

„Um ein solches Angebot zu etablieren braucht es länger als nur zwei Jahre“, sagt wiederum Christian Somogyi. Und noch völlig unklar sei für ihn, wie sich das neue ICE-Angebot der Bahn auf der Strecke und damit für Stadtallendorf auswirken wird. Auch aus diesem Grund ist die Spannung vor dem nächsten Fahrplanwechsel am Jahresende in Stadtallendorf groß.

von Michael Rinde

Vorgeschichte

Dass die zweitgrößte Stadt des Kreises seinerzeit bei der Bahn auf offene Ohren stieß, war auch einem sehr breiten Bündnis aus Industrieunternehmen, Bundeswehr und Politik zu verdanken. Auch die Nachbarstädte in der Region hatten massiv bei der Bahn für den Ausbau des Intercity-Angebotes geworben. Zuvor hatte Stadtallendorf lediglich einen Intercity-Halt in den frühen Morgenstunden, der allerdings einen sehr hohen Zuspruch, vor allem bei Pendlern, hatte.

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