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Der falsche Mann saß auf der Anklagebank

tödlicher Arbeitsunfall Der falsche Mann saß auf der Anklagebank

Der tödliche Arbeitsunfall, der sich am 9. September 2009 in einer Werkshalle der Eisengießerei Winter ereignet hat, bleibt strafrechtlich vorerst ungesühnt.

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Bei Winter ereignete sich vor fast einem Jahr ein tödlicher Arbeitsunfall. Die Firma hat inzwischen ein sichereres Verfahren zur Ofendeckel-Aufarbeitung eingeführt.

Quelle: Archiv

Kirchhain. Bei dem fürchterlichen Unfall war ein 49-jähriger Mitarbeiter einer Fachfirma aus Nordrhein-Westfalen von einem acht Tonnen schweren Schmelzofendeckel zerquetscht worden. Der Mann hatte gemeinsam mit einem Vorarbeiter unter dem auf vier T-Trägern ruhenden Deckel gearbeitet, Schlacke und Beton aus dem Deckel geschlagen und schließlich eine feuerfeste Masse in das Deckelinnere gespritzt. Als der Verunglückte zum Schluss des Arbeitstages für einen Moment allein unter dem Deckel arbeitete, brach die fragile Trägerkonstruktion zusammen.

Angeklagt wurde der 48-jährige Vorarbeiter, der sich am Freitag vor dem Amtsgericht Kirchhain verantworten musste, weil er Sicherheitsvorkehrungen außer acht gelassen haben soll. Sehr schnell zeigte die Beweisaufnahme, dass der falsche Mann auf der Anklagebank saß. Nach gleichlautenden Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung sprach Strafrichter Joachim Filmer den Angeklagte frei. Filmer ging mit der Polizei und der Firma Winter hart ins Gericht. Die Polizei habe weder Spuren gesichert noch einen Sachverständigen hinzugezogen. Und die Firma habe eine Arbeitsstätte eingerichtet, die die beiden Arbeiter der Fremdfirma niemals hätten betreten dürfen. Die Staatsanwältin ließ offen, ob in der Sache neu ermittelt wird.

von Matthias Mayer

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