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Der etwas andere Wahlkampf

Michael Vaupel Der etwas andere Wahlkampf

Wo bitteschön geht es zum geplanten Windpark? Eine Antwort auf diese Frage gab Michael Vaupel, Bürgermeister-Kandidat von Bündnis 90/ Die Grünen, bei einer geführten Wanderung zum Roteküppel.

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Michael Vaupel (Dritter von links) erläutert auf dem Roteküppel die Chancen zum Bau eines Windparks an dieser Stelle.  

Quelle: privat

Rauschenberg. 40 Wanderer machten sich in Begleitung zweier Lamas und eines Hundes auf in den Rauschenberger Stadtwald, wo die Stadt nach ihren aktuellen Planungen auf einer 143 Hektar großen stadteigenen Waldfläche ein Vorranggebiet für die Windkraft ausweisen möchte. Auf dieser Fläche könnten vier große Windkraftanlagen gebaut werden. Mit auf dem Weg zum Roteküppel machten sich die Landtagsabgeordnete Angela Dorn und der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern (beide Bündnis 90/ Die Grünen).

Das Interesse der Wanderer am Thema Windkraft war groß. Was passiert mit dem Wald? Wie groß ist der Flächenverbrauch für den Bau eines Windrades? Welche Beeinträchtigungen bringt ein solcher Windpark für uns? Welchen Vorteil hat die Stadt? Diese und ähnliche Fragen prasselten unterwegs und am rund 340 Meter hoch gelegenen Roteküppel im Südwesten der Kernstadt auf Michael Vaupel ein.

Der Leiter der Mittelpunktschule Halsdorf warb für den Ausbau der Windenergie, ohne den die Energiewende nicht funktionieren werde. Das Rauschenberger Projekt sei noch in einem sehr frühen und noch längst nicht gesicherten Stadium. Gleichwohl biete dessen Verwirklichung die Chance, in Rauschenberg mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, als die Stadt verbrauche. Derzeit liege der Versorgungsgrad durch in Rauschenberg erzeugte erneuerbare Energien noch bei 46 Prozent des Strombedarfs.

Ein Drei-Säulen-Modellfür die Energiewende

Vaupel stellte fest, dass die Windkraft unter den grünen Energieträgern den mit Abstand geringsten Flächenverbrauch habe, der auf Waldstandorten bei etwa 2000 Quadratmetern pro Windrad liege. Die Region könne von dem Windpark ökonomisch profitieren, wenn sich eine Genossenschaft für Finanzierung und Betrieb des Parks bilde. An dieser könne sich auch die Stadt beteiligen, die die Investitionskosten allein nicht stemmen könne.

Michael Vaupel stellte klar, dass für ihn der ökonomische Aspekt der Energiewende nur eine Nebenrolle spiele. Für deren Gelingen brauche es ein Drei-Säulen-Modell: Saubere Energien, Energie sparen und Energieeffizienz. Für die Stadt bedeute dies vor allem eine energetische Sanierung aller städtischen Gebäude.

Für Michael Vaupel war am Ende das Ziel der Wanderung erreicht. „Die Wanderer können jetzt mit dem Windpark ein bestimmtes Gebiet verbinden, die haben die Realität an Ort und Stelle gesehen. Und manche Vorbehalte, die auf unzureichender Information basierten, haben sich in Luft aufgelöst“, bilanzierte der Bürgermeister-Kandidat gegenüber der OP.

Nicht nur mit der Lama-Wanderung beschreitet der Kernstädter ungewöhnliche Wege. Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern von der CDU und der SPD verzichtet er auf die große Tour von Haustür zu Haustür und auf Vorstellungstermine bei Vereinen und Unternehmen. Er habe die Vereine und Betriebe angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass er nach einer erfolgreichen Wahl zum Bürgermeister jederzeit für Gespräche zur Verfügung stehe. Er halte es für sinnvoller, etwaige Problemlagen nach einer Wahl zu besprechen, als im Vorfeld, erklärte Michael Vaupel gegenüber der OP.

„Ich habe keine Lust aufs Klinkenputzen. Nicht weil ich die Bürger missachte, sondern weil das nicht mein Stil ist. Ich will mich nicht verbiegen“, erklärt er. Er wolle nicht aufdringlich erscheinen und stelle sich Gesprächen immer dann, wenn er angesprochen werde. „In allen Stadtteilen habe ich mich vorgestellt, und in der Kernstadt bin ich ohnehin jederzeit ansprechbar“, sagte Vaupel, der im Wahlkampf zudem auf Wahlplakate verzichtet. Das eingesparte Geld werde er den Kitas in Rauschenberg und in Bracht sowie der Vorschule Ernsthausen spenden, kündigte er an.

Weitere Informationen auf  Michael Vaupels Seite im Internet

von Matthias Mayer

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