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Ostkreis Der abenteuerliche Heimweg eines Elfjährigen
Landkreis Ostkreis Der abenteuerliche Heimweg eines Elfjährigen
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17:29 26.06.2018
(Symbolfoto) Ein elfjähriger Neustädter ist am Montagabend im Zug eingeschlafen. Quelle: Thorsten Richter
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Neustadt

Die Erleichterung muss groß gewesen sein, als der Elfjährige am Dienstagmorgen gegen 7 Uhr wohlbehalten nach Hause kommt. Am Vorabend hat er seine Sportsachen gepackt und ist mit dem Zug nach Stadtallendorf ins Fitness-Studio gefahren. Gegen 20 Uhr sollte er mit dem Training fertig sein. Allerdings kam er nicht mit dem verabredeten Zug zurück. 

Die Familie wartet erst mal ab. Gegen Mitternacht wendet sie sich schließlich an die Polizei, meldet den Jungen als vermisst und bittet um Hilfe.

Kein Handy dabei gehabt

Die Polizei fackelt nicht lange und lässt über den Rundfunk nach dem Jungen suchen. In der Meldung wird der Junge als auffallend schüchtern beschrieben, 1,70 Meter groß, gelbes Shirt, schwarze Trainingshose. Parallel dazu starten Polizei, Rettungsdienst und Helfer aus der Bevölkerung noch in der Nacht eine Suchaktion.

Am frühen Dienstagmorgen gegen 5 Uhr verbreitet die Polizei die Vermisstenmeldung schließlich auch über die Smartphone-App Katwarn. "Wenn Kinder vermisst werden, muss umgehend gehandelt werden", erläutert Polizeisprecher Martin Ahlich. Da werde sofort ein großer Bahnhof gefahren. 

Gegen 7 Uhr taucht der Junge dann aber von ganz alleine wieder auf. Laut Polizei war er nach dem Training im Zug eingeschlafen - und am Morgen mit dem ersten Zug aus Richtung Treysa zurück nach Neustadt gefahren. Ein Handy hatte er nicht dabei. Sonst hätte er seine Eltern wohl auf dem Laufenden gehalten. 

Bleibt die Frage, wie der Elfjährige die Nacht verbracht hat. Ob er im Zug geschlafen oder am Bahnhof auf die nächste Verbindung gewartet hat, ist unklar. 

von Friederike Heitz

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