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Der Wettergott ist doch Junker-Hansen-Fan

Neustadt Der Wettergott ist doch Junker-Hansen-Fan

525 Jahre Junker-Hansen-Turm, 15 Jahre Historische Bürgerwehr und das erste Straßenmalerfestival – die Neustädter feierten am Wochenende traditionell bunt und fröhlich.

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Aufmarschiert: Die Historische Bürgerwehr feierte ihr 15-jähriges Bestehen vor dem 525 Jahre alten Turm.

Quelle: Nadine Weigel

Neustadt. „Ach, das ist nicht so schlimm“, sagt Janina Groos und zieht ihre Schuhe aus. Lachend läuft die 17-jährige Neustädterin jetzt eben auf Socken über ihren abgegrenzten Bereich der Marktstraße. Trotz Regens sind die Blumen noch trocken. „Glück gehabt.“ Eine Plane schützte rechtzeitig das blaue Blütenkunstwerk, das Janina mit ihren Freunden Chantal und Oliver auf die Straße malt.

Der Wettergott ist offensichtlich kein Neustädter. Doch selbst Regenschauer, Wind und recht kühle Temperaturen schrecken echte Neustädter noch lange nicht ab. Und so trotzen am Samstag zahlreiche Besucher den durchwachsenen Bedingungen und schlendern durch die Junker-Hansen-Stadt. Es wird allerhand geboten. Die Marktstraße bevölkern die Straßenmaler – Laien, aber auch professionelle Künstler verwandeln das graue Pflaster langsam in ein Meer aus bunten Bildern. Jonas Weygand ist an diesem Samstag einer der ersten, die ihr Werk vollenden. Stolz blickt der Zehnjährige auf sein „Afrika“. Gelbe Giraffen recken die Hälse, schwarz-weiße Zebras springen umher, und zwei graue Elefanten halten Rüsselchen.

Um Kunst geht es derweil auch im Rathaus. Im Sitzungssaal eröffnet Bürgermeister Thomas Groll die Ausstellung rund um das Wahrzeichen der Stadt: den Junker-Hansen-Turm. Karl-Heinz Mai zeigt, dass es möglich ist, den ältesten Rundfachwerkbau der Welt beeindruckend filigran auf ein kleines Ei zu malen. Zahlreiche Gemälde des Turms sind zu bestaunen. Hans-Erich Dingel präsentiert anschaulich Leben und Werk des Junker Hans. Nicht nur interessante Schautafeln sind zu sehen, auch einen von Dingel entworfenen Junker-Hansen-Comic bestaunen die Besucher. Eine lebensgroße Comic-Pappfigur des Junkers steht in der Mitte des Sitzungssaals und amüsiert Hans-Eppo von Dörnberg. Der 88-Jährige ist ein Nachkomme des berühmten Hofmeisters. „Aber in welcher Generation weiß ich nicht so genau“, sagt von Dörnberg lächelnd. Er findet es „großartig“, dass seines Vorfahren in Neustadt auf diese Weise gedacht wird. Dabei war Junker Hans von Dörnberg keine unfehlbare Gestalt. Dies macht Professor Siegfried Becker von der Universität Marburg noch einmal deutlich. Junker Hans, dem nachgesagt wurde, mit dem Teufel im Bunde zu stehen, sei zwar ein Machtpolitiker gewesen. „Jedoch ist seine Person zugleich auch dämonisiert worden“, so Becker.

von Nadine Weigel

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