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Der Poker um die Gasnetze beginnt

Konzessionsvergabe Der Poker um die Gasnetze beginnt

Vier Bewerber haben Interesse am Gasnetz der Stadt Stadtallendorf bekundet. Eine Entscheidung muss bis zum Jahreswechsel fallen.

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Wie viel Geld eine Übernahme der Gasnetze den Stadtkassen brächte, wird sich erst im Lauf des Vergabeverfahrens zeigen. Archivfoto

Quelle: Z1022 Patrick Pleul

Stadtallendorf. Folgt in Stadtallendorf nach der stufenweisen Übernahme des Stromnetzes nun auch eine Übernahme des Gasnetzes, möglicherweise wieder mit der Stadt Neustadt? Nachdem sich der Gasversorgungs-Zweckverband aufgelöst hat, ist das Verfahren für eine Neuvergabe der Konzession bereits in vollem Gange. Jahrzehntelang vergab der Zweckverband die Konzessionsrechte seiner Mitgliedsgemeinden komplett.

Bis 1. Februar nächsten Jahres muss eine Lösung gefunden sein. Das Stadtallendorfer Stadtparlament hat in seiner jüngsten Sitzung bereits die Richtug vorgegeben. So besteht das Parlament auf einer Lösungsvariante, bei der Einfluss der beiden Städte so weitreichend wie möglich ist.

Sollte es zu einer Netzübernahme gemeinsam mit einem Unternehmen kommen, so peilen Stadtallendorfs Stadtverordnete eine kommunale Mehrheit an.

Beim Gasnetz wollen die Parlamentarer ganz auf Nummer sicher gehen. Im Beschluss sind nach längeren Beratungen im Fachausschuss, mehrere Formulierungen enthalten, die eine Beteiligung der Stadtverordneten beim weiteren Verfahren sicherstellen sollen. Denn bei der Stromnetz-Übernahme via Netzgesellschaft hatten sich zahlreiche Stadtallendorfer Stadtverordnete - besonders der SPD - außen vor gelassen gefühlt.

Momentan sind die Gasnetze in der Hand von Eon Mitte. Auf eine Konzessionsausschreibung im Bundesanzeiger haben sich vier Interessenten gemeldet: Neben Eon Mitte sind das die Marburger Stadtwerke, die Gas- und Wasserversorgungs GmbH Fulda und die Netzgesellschaft Herrenwald GmbH. Letztere Gesellschaft existiert erst seit wenigen Monaten. Sie betreibt das Stromnetz von Stadtallendorf und Neustadt. Eon ist dabei Mehrheitsgesellschafter.

In Neustadt besteht zwar großes Interesse an einem gemeinsamen Weg mit der Nachbarstadt. Allerdings gibt es noch keinen Parlamentsbeschluss.

Thomas Groll legt sich noch nicht fest

Bürgermeister Thomas Groll (CDU) hat die Stadtallendorfer Beschlussfassung inzwischen den Neustädter Fraktionen zugeleitet. Er selbst lässt im Gespräch mit dieser Zeitung offen, ob Neustadt das Gasnetz übernimmt oder nur die Konzession neu vergibt. „Für mich ist die Frage des Ertrags, der sich ergibt, entscheidend“, betont Groll.

Stadtallendorfs Gasnetz hat eine Länge von 58 Kilometern, in Neustadt sind es 24Kilometer.

Klar ist, dass Stadtallendorf wie auch Neustadt die Hilfe einer Fachberatungsfirma brauchen werden angesichts des komplexen Vergaberechtes. Allein schon deshalb hält auch Bürgermeister Groll eine Partnerschaft für sinnvoll. „Da ergeben sich für beide Städte Synergieeffekte“, sagt er.

Auf Nachfrage der Stadt Stadtallendorf hat die Stadt Kirchhain zwischenzeitlich auch Interesse an einem gemeinsamen Vergabeverfahren bekundet. Die Städte Amöneburg und Rauschenberg haben laut Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) kein Interesse gezeigt.

In der Parlamentssitzung betonte Winand Koch (FDP) mit Blick auf die gemeinsam erarbeitete Vorlage „den neuen Geist“, der in den Gremien vorhanden sei. Werner Hesse (SPD) sprach von einem „Erfolg in wichtiger Sache.“ Für Ilona Schaub (CDU) bleibt zum jetzigen Zeitpunkt die Frage, ob und wie lukrativ eine Netzübernahme wäre.

Für Michael Feldpausch (Bündnis 90/Die Grünen) wäre die Netzübernahme ein wichtiger Schritt in Richtung dezentraler Versorgung.Y

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