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Der Kampf mit alten Bausünden

Kirchhainer Hallenbad Der Kampf mit alten Bausünden

Andernorts werden Hallenbäder wegen maroder Bausubstanz und zu hoher Betriebskosten geschlossen. Ins Kirchhainer Hallenbad flossen dagegen in der Sommerpause 215.000 Euro.

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Hektische Betriebsamkeit in der Schwimmhalle: Bis zum Sonntag sollen die umfangreichen Arbeiten im Kirchhainer Phönic Hallenbad abgeschlossen sein.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Diese hohe Investitionssumme ist ein klares Statement: Es geht weiter mit dem Hallenbad. So äußert sich dann auch Karin Pielsticker, die sich gemeinsam mit Peter Bittner die ehrenamtliche Geschäftsführung teilt: „Wir schreiben schwarze Zahlen. Wir kommen mit unserem Geld aus. Es sieht nicht danach aus, dass wir das Handtuch werfen.“

Diese für ein Hallenbad ziemlich einzigartige Bilanz hätten die vielen Skeptiker den Kirchhainer Bürgern nicht zugetraut, als diese vor Jahren das Bad durch Gründung einer privaten Betreibergesellschaft vor der Schließung retteten. Die Stadt wollte das Bad wegen eines großen Sanierungsstaus und hoher Betriebskosten damals aufgeben.

Wie können zwei fachfremde ehrenamtliche Geschäftsführer ein solch komplexes, störanfälliges, energie- und wasserfressendes Gebilde wie ein Hallenbad in ihrer Freizeit managen? „Wir ergänzen uns sehr gut. Ich muss die Knöppe zusammenhalten“, sagt Karin Pielsticker, die sich beruflich vornehmlich mit Finanzen und Personal beschäftigte.

„Peter Bittner kennt sich sehr gut mit der Technik aus“, ergänzt sie. Der Angesprochene ist von Hause aus zwar Fernsehtechniker mit dem Schwerpunkt Satellitentechnik, aber – wie stellte er so trocken fest: „Leitung ist Leitung.“ Bittner hat sich in die Technik hineingefuchst – mit Hilfe „eines hervorragenden Gießener Planunsgbüros, das uns sehr gut berät.“

Inzwischen kennt sich Peter Bittner mit der schwierigen Bauphysik von Hallenbädern aus – und mit dem komplizierten Innenleben des Kirchhainers Bades, das für ihn aber immer noch unangenehme Überraschungen bereit hält. „Wir stoßen immer wieder auf tote Leitungen, die sich völlig zugesetzt haben, ohne dass sich uns deren Funktion erschließt“, erklärt Bittner und zeigt wie zum Beweis einen Schieber, der sich mit einer undefinierbaren, stahlharten Masse zugesetzt hat.

Warum sich die beiden Geschäftsführer die große Verantwortung und den ganzen Ärger aufbürden? „Wir schwimmen gerne und möchten das Bad für die Kirchhainer erhalten“, anworten sie unisono. Die Menschen aus Kirchhain und Umgebung danken es mit ihrem Besuch: „Wir sind zu hundert Prozent ausgelastet“, stellt Karin Pielsticker zufrieden fest.

von Matthias Mayer

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