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Ostkreis Der Geruch des Feindes schützt vor Wildunfällen
Landkreis Ostkreis Der Geruch des Feindes schützt vor Wildunfällen
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20:23 08.10.2010
Alexander Kuhl (links) und Jochen Petri von der Straßenmeisterei Steffenberg stellten am Donnerstag eine Tafel mit dem neuen Wildwechsel-Warnplakat an der B62 zwischen Biedenkopf und Eckelshausen auf. Quelle: Thorsten Richter

Gießen. Der Geruch von Wolf und Bär schützt nach Einschätzung von Verkehrsexperten vor Wildunfällen.

Sogenannte Wildduftzäune verringerten die Zahl der Zusammenstöße der Tiere mit Autos, sagte Wolfgang Herda vom ADAC Hessen-Thüringen. Die entlang von gefährdeten Routen aufgetragenen Duftnoten der natürlichen Feinde von Hirschen, Rehen und Wildschweinen verhinderten, dass diese schnurstracks über die Straße und damit in Autos liefen. Der Geruch lasse sie zögern. „Der Moment reicht aus, um viele Wildunfälle zu vermeiden.“

Die Zäune sind nicht etwa Barrieren aus Holz oder Metall, sondern eine schaumartige Masse, die entlang der Straßen alle paar Meter auf Pfosten und Büsche aufgetragen wird. Die sogenannten Duftdepots haben die Größe von Tischtennisbällen. Die Gerüche halten Jahre, müssen aber hin und wieder aufgefrischt werden. Neben Wolf und Bär kann der Schaum auch nach Luchs und Mensch riechen.

Der Effekt: Normalerweise laufen die Tiere auf der Suche nach Futter oder Partnerin unkontrolliert über die Straße. Sobald sie den „Feind“ wittern, werden sie aufmerksamer und langsamer.

Hessens zweiter Duftzaun wurde am Freitag bei Gießen innerhalb einer landesweiten Verkehrsaktion zum Thema Wildunfälle eingerichtet. Den ersten hatte der ADAC vor zwei Jahren zwischen Stadtallendorf und Neustadt installiert. Duftzäune seien sehr effektiv und dabei kostengünstig, sagte Herda.

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