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Ostkreis Der Baum des Jahres steht bereits am Erlensee
Landkreis Ostkreis Der Baum des Jahres steht bereits am Erlensee
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20:28 23.04.2017
Bürgermeister Olaf Hausmann (rechts) hält die Tafel mit Informationen zur Rotfichte, die noch am „Baum des Jahres“ angebracht wird. Von links: Robert Cimiotti, Betreuer Hermann Weber, Stefan Schulte, Regionalmanager des Vereins Burgwald-Ederbergland, und Dr. Astrid Wetzel.Foto: Waldhüter Quelle: Karin Waldhüter
Kirchhain

Im Jahre 2000 wurde das Naturerlebnis Erlensee mit der Info- und Akustikstation ins Leben gerufen. In der schallisolierten Akustikstation werden Tierstimmen und Klangbilder mittels innovativer Hörstift-Technologie präsentiert. Rund um den See erwarten Informationen zur Gewässer-Ökologie und den Lebensräumen sowohl als großformatige Text-Bild-Stationen wie als Brailleschrift-Tafeln die Besucher.

Der Weg ist mit einem Leitsystem für Sehbehinderte ausgestattet und rollstuhlgeeignet. Gerätschaften in der Akustikstation laden große und kleine Naturforscher zu eigenen Entdeckungen ein. Das Miteinander von Naturschutz, Naturerleben und Naherholung machen das Gelände rund um den Erlensee zu einem attraktiven Ausflugsort, und auch als außerschulischer Lernort hat der Ort an Bedeutung gewonnen. Die blindengerechte Ausstattung der Station und der Infopfade rund um den See sind in dieser Art einmalig in der Region.

Wer von Kirchhain zum Erlensee wandert, kann sich von einem Skulpturenpfad leiten lassen. Und wer eine der seit 1989 alljährlich ausgezeichneten Baumarten sehen will, der kann diese auf dem „Baum-des-Jahres-Pfad“ rund um den See finden.

Akustikstation öffnet ab dem 30. April wieder

Das Naturerlebnis Erlensee entstand als Projekt unter der Leitung der Entwicklungsgruppe Region Burgwald-Ederberg­land und wurde aus Mitteln des Leader-Programms und mit Hilfe zahlreicher Spenden und Sponsoren aus der Region und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf finanziert. Beteiligt waren die Stadt Kirchhain, das Natur- und Informationszentrum Amöneburg, die Deutsche Blindenstudienanstalt, die Alfred-Wegener-Schule und Hessen Forst.

Der Amöneburger Robert Cimiotti betreut bereits seit 2000 ehrenamtlich das Projekt. Neu in diesem Jahr sind Tafeln, die mit einem aufgebrachten QR-Codes über das Handy ablesbar sind und Antworten auf die Frage liefern „Was fliegt denn dort?“. Über die von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz erarbeitete Plattform können die Informationen abgerufen und aktualisiert werden. Allerdings weist Cimiotti darauf hin, dass die Tafeln noch nicht ganz fix und fertig seien. Zukünftig werden sie an der Akustikstation, der Beobachtungsplattform, an der Radenhäuser Lache und an verschiedenen Aussichtspunkten im Ohmtal zu finden sein.

Am 30. April öffnet die Akustikstation wieder ihre Pforten. Bis zum 8.Oktober stehen dort sonntags wieder sachkundige Betreuer bereit.

Schulte: Fichte bekommt Schwierigkeiten mit dem Klimawandel

In diesem Jahr werde das Betreuungsteam durch zwei Frauen verstärkt, berichtet Dr. Astrid Wetzel vom Projektteam und Leiterin des Natur- und Informationszentrums Amöneburg. Neben Wetzel erwarten Oliver Haupt, Hubert Jüngst, Hermann Weber, Robert Cimiotti, Gudrun Hübner und Jutta Gerster die Besucher von 14 bis 17 Uhr.

Jedes Jahr wird in Deutschland ein Baum des Jahres bestimmt. Verantwortlich für die Auswahl und Kürung ist die Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung. Von den seit 1989 ausgezeichneten Baumarten ist der überwiegende Teil auch rund um den Erlensee zu finden. In diesem Jahr wurde die Fichte ausgewählt. Nur eine Fichte, die schon Jahrzehnte alt sei, finde sich hier am Erlensee, erklärt Wetzel.

„Lange diskutiert als Allerweltsbaum, bekommt die Fichte immer mehr Schwierigkeiten ob des Klimawandels“, betont Stefan Schulte, Regionalmanager des Vereins Burgwald-Ederbergland. Das sei auch ein Grund dafür, dass die Douglasie immer mehr angebaut werde, ergänzt Bürgermeister Olaf Hausmann. „In weiser Voraussicht, dass die Fichte einmal zum Baum des Jahres gekürt wird, haben wir sie schon vor Jahren gepflanzt“, so das Stadtoberhaupt mit einem Augenzwinkern.

Neben den regulären Öffnungszeiten nutzten im vergangenen Jahr auch viele Gruppen das Gelände als außerschulischen Lernort. Zum Jubiläum der Blista habe ein Blindenverein den Erlensee auf dem Tandem besucht, berichtet Cimiotti. „Ihnen hat es so gut gefallen, dass sie fast ihren Zug verpasst haben.“

Aber auch Kindergärten, Schulen, Studentengruppen und Vereine waren schon dort. „Es kommt auch schon mal vor, dass sich ein Betrieb für einen Ausflug anmeldet“, so Cimiotti.

von Karin Waldhüter

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