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Ostkreis Bau des Autohofes kann bald beginnen
Landkreis Ostkreis Bau des Autohofes kann bald beginnen
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00:16 13.02.2019
Lastzug parkt an Lastzug im Gewerbegebiet Nordost, Linderung erwartet die Stadt vom Autohof.  Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf

Investor Hasan Ögretmen aus Stadtallendorf ist sehr guten Mutes. Er rechnet nun ganz kurzfristig mit der Teil-Baugenehmigung für zentrale Teile des geplanten Autohofes am Fuße des Gewerbegebietes Nordost: für die Tankstelle, die die Aral AG betreiben wird, die nötige Stichstraße und im nächsten Schritt natürlich auch die Parkplatzanlage. Zug um Zug soll der Autohof mit Gastronomie, einem Hotel und einem bewirtschafteten Lkw-Parkplatz Realität werden. „Wir rechnen um den 15. Februar herum mit einer Genehmigung“, sagt Ögretmen.

Eine Nachfrage bei der Kreisverwaltung ergab gestern, dass derzeit wohl lediglich noch eine Vereinbarung zwischen Stadt und Bauherrn fehlt, wie Kreissprecher Stephan Schienbein erläutert. Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi beruhigt auf Anfrage der OP: „Es fehlt nur noch eine Unterschrift, ein formaler Akt, der in den nächsten Tagen erfolgt.“

McDonald's wird noch nicht Realität

Es gehe um eine Erschließungsvereinbarung, das gesamte Verfahren sei sehr aufwendig. Ihr Einvernehmen zu dem Bauantrag habe die Stadt bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres erteilt. Er wisse, dass der Investor in den Startlöchern stehe und sich freue, dass die aufwendigen Planungsverfahren nunmehr beendet seien.

Eines wird jetzt allerdings noch nicht Realität werden: eine Filiale der Fastfood-Kette McDonald‘s. „Wenn der Bau der Autobahn näherrückt, dann ist McDonald‘s bei uns im Boot, es besteht nach wie vor ein enger Kontakt“, sagt Ögretmen. Vorher will sich das Unternehmen aber wohl noch nicht engagieren. „Der Standort ist für McDonald‘s weiterhin interessant, und wir beobachten das Potential, allerdings besteht hier noch keine zeitliche Planung“, erklärte gestern Catharina Jacobsen, Pressesprecherin McDonald‘s Region Süd, gegenüber der OP.

Neben den Autohof-Elementen baut Ögretmens Unternehmen „S&H“-Reinigung dort auch seinen neuen Sitz, unter anderem mit einem Verwaltungsgebäude. Die Ausschreibungen für die ersten Arbeiten laufen und sind laut Ögretmen so terminiert, dass es im Laufe des März zu einem ersten Spatenstich kommen kann.

Großer Bedarf offensichtlich

55 Lkw-Parkplätze sind vorgesehen. Dass es in Stadtallendorf schon jetzt, auch ohne Autobahn 49, Bedarf gibt, ist täglich im Gewerbegebiet Nordost zu sehen. Zwischen 30 und zeitweise auch mal über 60 Lastwagen parken in den Straßen, meist darauf wartend, dass sie eines der großen Industrieunternehmen in Stadtallendorf anfahren dürfen.

Die Stadt sieht seit Jahren Handlungsbedarf und hat eine Reihe von Provisorien für die Lastwagenfahrer geschaffen, unter anderem mobile Toiletten und Mülleimer aufgestellt. Das kostet natürlich auch Geld, wie eine Anmerkung im Wirtschaftsplan der Stadtwerke noch einmal bestätigt. Dort wird darauf hingewiesen, dass die Aufwendungen für die Straßenreinigung und Abfallbeseitigung an verschiedenen Stellen wie im Gewerbegebiet deutlich zugenommen haben.

Nach dem Bau wird es so sein, dass Mitarbeiter eines Unternehmens beispielsweise die Lastzüge im Autohof „organisieren“ und bereits dort Formalien abarbeiten. Und dann auch entscheiden, wann welches Fahrzeug in die Werke fahren kann.

Investition im zweistelligen Millionenbereich

Dass Investor Ögretmen auch ein Hotel am Standort Autohof plant, könnte sich als Glücksfall erweisen, wenn die EU tatsächlich verbietet, dass Fahrer in ihren Kabinen übernachten. Insgesamt hat Unternehmer Ögretmen rund 22.000 Quadratmeter Grundstück von der Stadt gekauft. Er plant eine Investition im zweistelligen Millionenbereich. In den vergangenen beiden Jahren kam es zu mehreren Umplanungen aus verschiedenen Gründen, vor allem wegen Erweiterungen.

So baut der Unternehmer Peter Täuber aus Süddeutschland dort eine Dependance seines Restaurants „Das Wichtel“. Ögretmen kann sich gut vorstellen, mit ihm in Zukunft auch das Hotel gemeinsam zu betreiben.

von Michael Rinde