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Den Glauben in die Familien tragen

Magdalenenoktav Den Glauben in die Familien tragen

Domkapitular Josef Mönninger predigte am Samstagabend vor 350 Gläubigen in der Lindaukapelle. Der 92-Jährige hielt eine kritische Predigt zur Weitergabe des Glaubens an künftige Generationen.

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Monsignore Bernhard Klatt (von links), Domkapitular Josef Mönninger und der Amöneburger Pfarrer Marcus Vogler gestalteten am Samstagabend die Messe in der Lindaukapelle. Foto: Karin Waldhüter

Amöneburg. Einen Tag vor dem Ende der Magdalenen-Oktav traten der Fuldaer Domkapitular Josef Mönninger gemeinsam mit Ortspfarrer Marcus Vogler und dem früheren Amöneburger Pfarrer Monsignore Bernhard Klatt an den Altar.

Pfarrer Vogler freute sich, das „oberhessische Urgestein“, den aus Rüdigheim stammenden 92-jährigen Domkapitular, zum fünfzehnten Mal in der Lindaukapelle begrüßen zu können. „Das ist einmalig und hat auch noch kein Bischof gepackt“, sagte Vogler.

Mehr als 25 Jahre war Monsignore Bernhard Klatt Ortspfarrer in Amöneburg. Inzwischen lebt er in Cappel und hilft in Marburg mit Messen aus. Im August feiert der Geistliche seinen 72. Geburtstag. „Ich denke, wir sind ein gutes Gespann: jung, jünger, am jüngsten“, scherzte Klatt zu Beginn.

„Es ist für mich eine ganz große Freude, erneut den Gottesdienst in der Lindaukapelle zu feiern“, antwortet Mönninger. Mit fast 93 Jahren habe er zunächst etwas gezögert, aber dann freudig zugesagt. In den fünfzehn Jahren, in denen er in der Lindaukapelle gepredigt habe, sei es stets sein Anliegen gewesen nicht immer allzu sehr auf den liturgischen Kalender zu schauen, sondern hineinzuhorchen in die Menschen der Zeit. „Um zu überlegen, welche Fragen gerade in der Gesellschaft und Kirche diskutiert werden“, sagte Mönninger. Er ging in einer überaus lebhaften Predigt auf eine Frage von großer Aktualität ein und fand dabei durchaus auch kritische ­Worte. „Wie steht es heute bei euch mit der Fähigkeit und der Bereitschaft zur Weitergabe des Glaubens an die kommende Generation?“, fragte Mönninger.

Eine Voraussetzung für die Weitergabe des Glaubens an die kommende Generation sei in erster Linie, dass sich in der Kirche vieles ändern müsse. „Es müsste das eintreten, was der Papst Johannes XXIII bei der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren gesagt hat“, bezog Mönninger Position. „Macht weit offen die Fenster der Kirche, lasst frische Luft herein, die endlich den Mief der Jahrhunderte hinausdrängt“, zitierte er den damaligen Papst.

„In der Tat ist es ein Skandal, dass es bei vielen guten Beschlüssen des Konzils nur beim Wort geblieben ist, es fehlt einfach die Umsetzung in die Tat“, kritisierte der Geistliche und geht auf die Synode der deutschen Bistümer ein, die einige Jahre nach dem Konzil in Würzburg stattfand.

„Es war damals für uns alle eine echte Freude, welche neuen Wege man gehen wollte, es wurden die Beschlüsse von Rom vorgelegt und bis heute ist noch keine Antwort gekommen“, sagte Mönninger kritisch. Notwendig sei heute, dass man lerne, über den Glauben zu sprechen und dass vor allem in den Familien der Glaube wieder zum Thema werde.

Er riet den Wallfahrern selbst einmal zu prüfen, ob der Glaube nicht noch in den Kinderschuhen stecke und wenn dem so sei, die Abende anstatt vor der „Flimmerkiste“ lieber mit dem Lesen religiöser Literatur zur Weiterbildung und Stärkung des Glaubens zu verbringen.

Feierlich gestaltete an diesem Abend die Blaskapelle Niederklein musikalisch den Gottesdienst. Am gestrigen Abend beschlossen Pater Martin Wolf aus Hünfeld und der Amöneburger Pfarrer Marcus Vogler die Magdalenen-Oktav.

von Karin Waldhüter

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