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Das dicke Ende droht noch

Anklage Das dicke Ende droht noch

„Blau und Weiß, wie lieb ich Dich“ – mit dieser Zeile beginnt das Vereinslied des FC Schalke 04. Falsch verstandene Liebe zu diesem Verein brachte einen Stadtallendorfer indirekt schon zum zweiten Mal auf die Anklagebank.

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Schalke-Fans feiern mit der Fußball-Legende Raul den Sieg über Inter Mailand. In Stadtallendorf feierte ein Fan vor dem Fernseher mit – mit Folgen.

Quelle: Federico Gambarini

Kirchhain. 5, April 2011: Die Schalker Fußballer fertigen im Champions-League-Viertelfinale den Titelverteidiger Inter Mailand in dessen Stadion mit 5:2 ab. Ein 34-jähriger Stadtallendorfer verfolgt den historischen Erfolg seines Lieblingsvereins über den Topfavoriten mit ein paar gleichgesinnten Fußball-Fans vor dem Fernseher. Es gilt, gleich fünf Auswärtstore und den praktisch schon sicheren Einzug ins Halbfinale zu feiern, und dazu wird alkoholisch vergorenen Getränken zugesprochen. Wogegen überhaupt nichts einzuwenden gewesen wäre, wenn sich der 34-Jährige nicht anschließend noch an das Steuer seines Autos gesetzt hätte.

Einer Polizeistreife fiel er auf, weil er um 0.10 Uhr  mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Innenstadt von Stadtallendorf gefahren war. Die Beamten stoppten den Fahrer. Ein Test ergab einen Promillewert von 1,45, was ihm letztlich eine Anklage wegen fahrlässiger Trunkenheitsfahrt einbrachte.

Wegen versuchter schwerer Brandstiftung und wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz war der Angeklagte am 19. Mai 2010 in Marburg zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden, wobei die Verbüßung der Strafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden war. Auch diese Tat stand im Zusammenhang mit dem FC Schalke 04 – und sie hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Aus Frust über eine Schalker Niederlage hatte der Angeklagte mit seinem Bruder einen Brandanschlag auf die Stadtallendorfer Moschee verübt. Dabei war das  Gotteshaus auch beschossen worden.

Das dicke strafrechtliche Ende kommt möglicherweise erst noch für den Angeklagten, denn dieser wird zu den Drahtziehern der millionenschweren Rohstoff-Diebstähle zu Lasten der Eisengießerei Winter gerechnet. Die Anklageschrift für dieses große Verfahren steht bereits.

von Matthias Mayer

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