Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 12 ° heiter

Navigation:
Das Multifunktionswunder

Schwabendorf Das Multifunktionswunder

Biogasanlagen sind wahre Multifunktionswunder unter den neuen Energiegewinnungstechnologien. Sie können zugleich Strom und Wärme produzieren oder Stadtgas erzeugen und nebenbei Gülle zu einem hochwertigen Dünger veredeln.

Voriger Artikel
Mit neuem Mut zurück ins Arbeitsleben
Nächster Artikel
Großes Team steht hinter großem Markt

Der „Vielfraß“ genannte Hi-Tech-Container (links) füttert den Fermenter (vorn) computergesteuert mit Mais-Silage, die sich mit der eingeleiteten Gülle vermischt. Diese Mixtur wandert in 120 Tagen vom Fermenter in den Nach-Fermenter (Mitte), produzierte dabei Biogas und landet schließlich im Restebehälter (hinten) als wertvoller Dünger.

Quelle: Matthias Mayer

Schwabendorf. Zudem sind Biogasanlagen auch ein krisenfestes wirtschaftliches Standbein für Landwirte, die sonst wegen der enormen Preisschwankungen, denen ihre Getreide-, Milch-, und Fleisch-Erzeugnisse unterliegen, kaum Planungssicherheit kennen.

Der von der Anlage erzeugte Strom wird in das Stromnetz der Eon eingespeist und der Investorengemeinschaft vergütet. Doch das ist noch nicht alles. Die Motoren erzeugen so viel Abwärme, dass sich damit halb Schwabendorf beheizen lässt. Und das geschieht im kommenden Jahr. Dann wird die kürzlich gegründete Bioenergiedorf-Genossenschaft Schwabendorf ein Nahwärmenetz bauen und die mehr als 60 anschlusswilligen Haushalte mit Bio-Nahwärme versorgen. Die wird von den Betreibern der Biogasanlage kostenlos abgegeben. Sie erhalten als Gegenleistung von Staat drei Cent Kräftwärmekopplung-Bonus pro Kilowattstunde Wärme. So entsteht eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Aber das ist noch nicht alles. Eine so ausgelastete Biogasanlage hat eine positive CO2-Bilanz. Das heißt: Sie vermeidet durch die Strom- und Wärmeproduktion mehr von dem Treibhausgas, als sie selbst verursacht.

Die Kehrseite der Medaille: Mit den bereits gebauten beziehungsweise noch im Bau befindlichen Biogasanlagen sind die Anbaugebiete für Energiepflanzen im Landkreis  komplett ausgereizt. Allein die Schwabendorfer Anlage benötigt jährlich 6.500 Tonnen Mais.  Dr. Norbert Clement, Leiter des Fachdienstes Erneuerbare Energien beim Landkreis Marburg-Biedenkopf,  erwartet, dass künftig nur noch kleinere Hofanlagen im Landkreis entstehen werden.

von Matthias Mayer

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der gedruckten OP und bereits am Mittwochabend auf Ihrem iPad.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr