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Das Leben selbst führt Regie

Integrative Betreuung für Kinder Das Leben selbst führt Regie

Als erste Kindertagesstätte in der Kernstadt bot die Kindertagesstätte „Im Brand“ eine integrative Betreuung für Kinder an. Am Freitag wurden 20 Jahre Integration mit einem großen Fest gefeiert.

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Den Kirchhainer Kita-Kindern stand der Sinn nicht nach Festreden. Sie amüsierten sich lieber im Bällchenbad.

Quelle: Karin Waldhüter

Kirchhain. Vanessa hält die Hand ihrer Mutter Natalia Grigorow ganz fest. Sehen kann die Kleine nichts, denn ihre Augen sind mit einem Tuch verbunden. Sie muss sich ganz auf ihre Mutter verlassen, die sie über jedes Hindernis des Blindenparcours führt. So erleben die Kinder für einige Minuten, vor welchen Herausforderungen blinde Menschen täglich stehen.

Der Parcours der Sinne ist nur ein Teil des umfangreichen Aktionsangebots, das die zahlreichen Kinder und Erwachsene zum Fest erwartet. Hinzu kommen eine Fühlstation, eine Hörstation und der Raum der Düfte, die deutlich machen, was Menschen allein über Tast-, Geruchsinn und das Gehör wahrnehmen.

Ein Koordinationsspiel, ein Wohlfühlbad für die Füße und Massagen für Kinder und Eltern und ein Bällchenbad gewährleisten zudem jede Menge Spaß, den die Kinder auch beim Malen mit dem Farbrad und dem Arbeiten mit Ton haben.

Der Einladung zum Fest waren auch viele ehemalige Integrationskindern gefolgt. Darüber freute sich die Leiterin der Einrichtung, Sabine Balzer, besonders. „Bewusst haben wir uns damals nicht für die integrative Arbeit entschieden“, erklärte sie.

Doch dann führte das Leben selbst Regie und ein kleines Mädchen, das aufgrund einer Erkrankung weder laufen noch sprechen konnte, wollte mit seiner Freundin in den gleichen Kindergarten gehen. „Das war vor 20 Jahren und es war unser Kindergarten“, sagte Balzer. Es folgten Teamfortbildungen, es wurde sich mit entsprechender Fachliteratur beschäftigt und Kontakte zu Selbsthilfegruppen von Familien mit behinderten Kindern geknüpft.

von Karin Waldhüter

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