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Das "Kind" hat Laufen gelernt

Ende Das "Kind" hat Laufen gelernt

Der "Partnerkreis Kumasi" stellt seine Arbeit ein. Rund 100000 Euro sind seit dem Jahr 1985 für den guten Zweck nach Ghana geflossen.

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Die ehemalige Gemeindesekretärin Edelgard Müller überreichte im Beisein von Pfarrer Til Anders Follmann (links) den Kumasi-Ordner an Pfarrer Hardy Rheineck.Foto: Alfons Wieber

Speckswinkel. Mit bunten Tüchern, kleinen Skulpturen und Gebrauchsgegenständen aus Afrika war der Altar der evangelischen Kirche in Speckswinkel am Sonntagabend dekoriert. Rund 50 Gläubige hatten sich in dem Gotteshaus versammelt, um gemeinsam mit Pfarrer Til Anders Follmann, Hardy Rheineck, Pfarrer in Wohra und Beauftragter des Kirchenkreises Kirchhain für Mission und Ökumene, sowie Christoph Hohl an der Orgel in einem Gottesdienst den Abschluss des Kumasi-Projektes zu feiern.

Der „Partnerkreis Kumasi“, der die afrikanischen Gemeinde der Presbyterian Church of Ghana in Kumasi Adum unterstützte, war 1985 gegründet worden und setzte sich bisher aus Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinden Stadtallendorf, Schweinsberg, Erksdorf, Speckswinkel, Hatzbach, Wolferode und Josbach zusammen. Er hatte sich zur Aufgabe gemacht, mit der Vermittlung von Bildung vor allem junge Menschen zu unterstützen, die von der Straße kommen und keine Möglichkeit zu einer schulischen Bildung und einem anschließenden beruflichen Aufstieg haben. Damit leisteten die Mitglieder vor allem Hilfe zur Selbsthilfe.

In den vergangenen Jahren hatte der Kumasi-Kreis vielen jungen Menschen in Adum so eine Ausbildungsmöglichkeit in unterschiedlichsten Handwerksberufen ermöglicht. Darüber hinaus war mit dem gemeinsamen Projekt Genossenschaftsdenken gefördert und Selbstbewusstsein vermittelt worden.

Einige Mitglieder des Partnerkreises hatten sich bereits bei Besuchen vor Ort davon überzeugt. Regelmäßig einmal im Jahr hatten die Partner der ghanaischen Gemeinde einen Geldbetrag überwiesen - dieser stammte aus Spenden oder dem Verkauf von Artikeln auf Flohmärkten oder Basaren. Genutzt wurde das Geld zumeist für die Anschaffung von Werkzeugen. Die jungen Menschen nutzten das Werkzeug während ihrer Ausbildung und konnten es am Ende ihrer Lehrjahre für einen geringen Betrag erwerben.

Seit 1985 wurden rund 100000 Euro für das Projekt zusammengetragen. „Heute heißt es Abschied nehmen. Nicht weil wir keine Lust mehr haben sondern weil den Menschen in Kumasi nachhaltig geholfen wurde. Ein Kind hat Laufen gelernt. Unsere Hilfe ist angekommen“, betonte Missionsbeauftragter Rheineck.

Am Ende des Gottesdienstes überreichte die ehemalige Gemeindesekretärin Edelgard Müller den Ordner mit der gesamten Chronik und Historie der Kumasi-Partnerschaft an Rheineck zur Aufbewahrung beim Kirchenkreis. Mit dem Ende der Partnerschaft ist die Hilfe für die Presbyterian Church of Ghana in Kumasi-Adum aber noch nicht beendet. Rund 28000 Euro aus angesammelten Spenden sind bei der Landeskirche Kurhessen-Waldeck für das Projekt noch verfügbar und werden Zug um Zug als Unterstützung nach Kumasi weitergeleitet.

von Alfons Wieber

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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