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Das Essen gart über dem Feuer

Ohne Strom Das Essen gart über dem Feuer

Dass der Strom aus der Steckdose kommt, weiß heute jedes Kind. Wie sich der Alltag verändert, wenn dies einmal nicht der Fall ist, erlebten die Kinder des Kindergartens St. Michael beim „Tag ohne Strom“.

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Beim „Tag ohne Strom“ mussten die Kinder das Geschirr vom Mittagessen in einer Wanne abspülen. Das Wasser wurde vorher mit dem Gaskocher aufgeheizt.

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. „Wir müssen heute die Teller selber waschen“, ruft der fünfjährige Pascal fast ein bisschen entrüstet. „Ja, und Licht haben wir heute auch keins“, wirft im gleichen Tonfall sein Freund Paul ein. „Und das Telefon klingelt heute auch nicht“, ergänzt Vorschulkind Yaren. „Heute ist es ganz leise hier“, finden Michelle und Yasin.

Einen Tag lang lebten die Kinder des Kindergartens St. Michael ganz ohne Strom und lernten dabei, wie schwierig es dadurch ist ganz alltägliche Dinge, wie Essenkochen oder Geschirrspülen zu bewältigen.

Statt der Klingel hieß es am Morgen die Handhupe an der Eingangstür zu betätigen oder auf abenteuerliche Weise mit der Taschenlampe den dunklen Flur zu beleuchten. Für das gemeinsame Mittagessen musste nicht einfach nur der Tisch gedeckt werden. Zuerst musste ein Grillfeuer entfacht werden, um dann dort später den Teig für das geplante Stockbrot zu backen und Kartoffeln zu grillen.

Ist es an einem regulär ablaufenden Kindergartentag völlig normal nach dem Frühstück die Tassen in die Spülmaschine zu räumen, musste an diesem Tag jeder Arbeitsgang lange im voraus geplant sein und auch das Wasser zum Spülen zeitaufwendig über einem Gaskocher erhitzt werden.

Mit dieser Aktion beteiligte sich die Kindertageseinrichtung an dem bundesweiten Wettbewerb „Ein Tag ohne Strom in der Kindertageseinrichtung.“ Ausgerufen wurde der Wettbewerb, bei dem es auch Preise zu gewinnen gibt, von „Leuchtpol“, einer gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung von Umweltbildung. „Wir wollten an diesem Tag den Kindern auch zeigen, welche enorme Arbeitsentlastung der Strom für bedeutet“, erklärt Erzieherin Ina Fuhrmeister-King. In Notfällen wäre der Kindergarten natürlich über Mobiltelefone erreichbar gewesen.

Angehalten wurden auch die Eltern der Kinder dazu, den Tag ohne Strom zu Hause weiterzuführen und statt Fernsehen den Kindern gemeinsame Spiele anzubieten.

Bereits im Vorfeld der Aktion hatten die Kinder die Einrichtung unter die Lupe genommen und erforscht, woher der Strom kommt und warum man Energie sparen sollte. Sie besuchten die Biogasanlage in Erksdorf sowie die Windkraftanlage in Speckswinkel und lernten spielerisch den Weg des Stroms kennen.

Für Pascal, Paul und die anderen Kinder bleibt dieser Tag gaohne Strom bestimmt in ganz besonderer Erinnerung. Pascal gibt aber dann nach einigem Nachdenken unumwunden zu: „Irgendwie freu ich mich aber doch, wenn es morgen wieder Strom gibt.“

von Karin Waldhüter

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