Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Das Credo lautet: Leben in die Stadt bringen
Landkreis Ostkreis Das Credo lautet: Leben in die Stadt bringen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:05 30.06.2010
Thomas Groll ist seit drei Jahren Bürgermeister seiner Heimatstadt Neustadt. Quelle: Archivfoto

OP: Das Schicksal hat es in den vergangenen 20 Jahren nicht gerade gut mit Neustadt gemeint. Die Firma ERGEE schloss ihre Tore, die Bundeswehr zieht ab, die Bevölkerungszahl schrumpft, der Gebäude-Leerstand nimmt zu und in den Ortsmittelpunkten von Neustadt und den Stadtteilen bedroht der Verfall denkmalgeschützte Gebäude. Wie viel Furcht war dabei, als Sie vor drei Jahren das Bürgermeisteramt in Neustadt antraten?

Thomas Groll: Furcht ist kein guter Berater. Wer für ein solches Amt kandidiert, darf seine Aufgabe nicht als „Problemfall“ ansehen, sondern als Herausforderung. Er muss den Mut haben, die Dinge anzugehen und dabei Optimismus und Zuversicht ausstrahlen. Beispiele sind hier für mich etwa das „Deutsche Haus“ und der „Bayerische Hof“. Ich habe stets daran geglaubt, dass sich hier etwas bewegen lässt. Zudem konnte ich auf einer guten Basis meines Vorgängers Manfred Hoim aufbauen.Wer als Bürgermeister mit griesgrämigem Gesicht durch die Gegend läuft, wird keine Mitstreiter für die Bewältigung der im Interesse der Stadt und ihrer Bürger anstehenden Aufgaben finden.

OP: Sie wollen Neustadt als „Wohnstadt“ profilieren, das Wohnumfeld so verbessern, dass sich alle Neustädter in der Stadt wohlfühlen und dass die Stadt möglichst auch noch Familien von auswärts anzieht. Was waren auf diesem Wege bisher Ihre wichtigsten Erfolge?

Groll: Wir haben in den vergangenen drei Jahren die Kinderbetreuung bedarfsgerecht ausgebaut. Im Kindergarten „Sonnenschein“ richtete die Stadt zwei neue Gruppen ein. Die Betreuung der unter drei Jahre alten Kleinkinder wurde schrittweise verbessert und die Betreuungszeiten in den Kindergärten verlängert. Zwei Spielplätze wurden neu geschaffen, der Kleinkinderspielplatz im Bürgerpark mit Hilfe einer großzügigen privaten Spende grundlegend erneuert. Den natürlich nicht geplanten Neubau der Kindertagesstätte „Regenbogen“ in der Allee nebst Bücherei sehe ich als Chance. Wir errichten dort eine moderne Einrichtung, schaffen die Voraussetzungen für ein späteres Familienzentrum und werden die Zusammenarbeit mit der benachbarten „Martin-von-Tours“-Schule verbessern. Ein weiteres Beispiel ist das „Förderprogramm Altbausubstanz“, das eine eindeutige Familienkomponente enthält. Auch die verstärkten Aktivitäten im kulturellen Bereich – Ritterturniere, Weinfest, Ausstellungen, Nikolausmarkt – sollen dazu beitragen, dass man sich bei uns wohlfühlt bzw. gerne in unsere Stadt kommt. Mit dem Stadtentwicklungsgutachten liegt darüber hinaus erstmals ein „Masterplan“ für die gesamte Kommune vor.

OP: Ihnen ist es gelungen, die Opposition stets in die Entscheidungsfindung in der Stadtverordnetenversammlung mit einzubinden. Ist diese Harmonie ein Vorteil in diesen Zeiten?

Groll: Seit dem 1. Juli 2007 haben wir in der Stadtverordnetenversammlung und in den Ortsbeiräten 99,5 Prozent aller Entscheidungen einstimmig getroffen. Das ist ein Klima, um das uns viele beneiden. Es zeigt, dass sich alle Akteure ihrer Verantwortung bewusst sind. Der Bürgermeister als einziger hauptamtlicher Kommunalpolitiker der Stadt muss der Motor von Entwicklungen sein. Er braucht aber auch Frauen und Männer in den Gremien und der Verwaltung, die den Weg mitgehen und sich einbringen. Dies ist in Neustadt der Fall. Es gelingt, die Themen, die alle als wichtig ansehen, auf die Tagesordnung zu setzen und dafür gemeinsam die Lösungsansätze zu finden. Anders wäre der Konsens nicht möglich. Das hilft uns gerade in Zeiten wie diesen: Wir brauchen ein Miteinander, kein Gegeneinander. Daher möchte ich das bürgerschaftliche Engagement gezielt weiter stärken.

OP: Bei so viel Integrationskraft wundert es nicht, dass in der CDU immer wieder Ihr Name im Zusammenhang mit der nächsten Landratswahl genannt wird. Passt das in ihre Lebensplanung?

Groll: Ich kann mir kein schöneres Amt vorstellen, als Bürgermeister meiner Heimatstadt zu sein. Ich kann in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin, gestalten, meine Fähigkeiten einbringen. Ich habe kein anderes Ziel, als Bürgermeister von Neustadt zu sein und strebe kein anderes Amt an.

OP: Gilt diese Form von Heimatliebe auch dann, wenn Sie der CDU-Kreisvorstand nachdrücklich um eine Landrats-Kandidatur bitten würde?

Groll: Ohne Wenn und Aber „Ja“.

von Matthias Mayer

Das vollständige Interview lesen Sie in der Printausgabe der OP.

Von einem Beobachtungsposten in Kirchhain wurden vier Bronzetafeln gestohlen.

30.06.2010
Ostkreis Projekt zur Gewaltprävention - Schüler helfen bei Streit

Zehn Schülerinnen und Schüler der Alfred-Wegener-Schule sind jetzt zertifizierte Busbegleiter.

30.06.2010

Am Karfreitag brannte es in der Stadtallendorfer Mehrzweckhalle, einem wichtigen Veranstaltungs- und Trainingsort für Vereine. Inzwischen hat die Versicherung die genaue Schadenshöhe ermittelt.

29.06.2010
Anzeige