Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 8 ° heiter

Navigation:
Das Aufräumen dauert noch Tage

Unwetter Das Aufräumen dauert noch Tage

In den vom Unwetter besonders betroffenen Städten Neustadt und Kirchhain liefen am Wochenende Aufräumarbeiten. Offizielle Schadens-bilanzen wollte aber noch niemand ziehen.

Voriger Artikel
Kinder zeigen, dass sie singen können
Nächster Artikel
Räuber müssen hinter Gitter

Neustädter Feuerwehrleute säuberten am Samstagmittag die Mauerstraße von Schlammresten, die das Unwetter hinterlassen hatte.

Quelle: Michael Rinde

Neustadt / Kirchhain. Das Tor zum Sanitärgeschäft von Andreas Gnau in Neustadt war am Samstag mit Holzplatten und Sandsäcken verrammelt, um für den Fall neuer Unwetter vorzubeugen. Auch Gnaus Geschäft war gleich zweimal innerhalb von 24 Stunden von Schlamm und Wasser überflutet worden. In Neustadt war die Feuerwehr am Samstag schon ab 9 Uhr wieder im Einsatz. Die Mehrzahl dieser Feuerwehrleute war den dritten Tag in Folge unterwegs. Mit Strahlrohren säuberten die freiwilligen Helfer weitere Straßen von den Schlammresten. Für die Momberger Wehr war die Nachtruhe am Samstag schon um 5.30 Uhr zu Ende. Ein Baum auf der Kreisstraße zwischen Momberg und Neustadt musste beiseite geräumt werden.

In der Mauerstraße zeigte Claudia Cloes traurig auf den Rest von Garten und Pavillion. Schlamm und Wasser hatten alles verwüstet. Dafür zahlt keine Versicherung. Cloes erlebte in der Unwetternacht, wie der Keller innerhalb von nur zwei Minuten volllief. Ihre Familie versorgte am Freitag die Kirchhainer Feuerwehrleute mit Essen. Die Kirchhainer Wehr hatte ihr Tanklöschfahrzeug nach Neustadt geschickt, um bei den Reinigungsarbeiten zu helfen. Vorher hatten die Kirchhainer Feuerwehrleute zahllose Einsätze in ihrer eigenen Stadt geleistet. Hilfe bekamen die Neustädter unter anderem auch aus Fronhausen. Der Katastrophenschutz-Zug habe stundenlang Wasser vom Gelände der Spedition gepumpt, die sich auf dem Kasernengelände angesiedelt habe, erläutert Arno Sack, stellvertretender Stadtbrandinspektor. 700 Kubikmeter Wasser wurden mit Spezialpumpen des Technischen Hilfswerks allein dort abgepumpt.

Die Stadt Neustadt will jetzt schnell einen Sammelplatz für Baum- und Astschnitt schaffen. Der Festplatz scheidet aus, weil dort die Trinitatiskirmes stattfinden wird. Wer Bedarf habe, könne sich ab heute unter der Rufnummer 8945 melden, sagte Thomas Groll. Hinbringen müssen die Betroffenen ihren Astschnitt allerdings selbst. Einige Neustädter hofften am Samstag darauf, dass die Stadt vielleicht auch Container für Müll und unbrauchbar gewordenes Inventar bereitstellt. Doch das sei nicht möglich, erläuterte Groll im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir übernehmen schon sämtliche Kosten der Hilfseinsätze, doch das kann die Stadt nicht leisten“, bedauerte Groll. Allerdings will die Verwaltung jetzt prüfen, ob die Sperrmüllabfuhr kurzfristig vorgezogen werden kann, um Betroffenen zu helfen.

In Kirchhain richtete Tief „Doris“ schwere Baumschäden im gesamten Stadtgebiet an. Der Anna-Park und der ältere Teil des Friedhofs bleiben noch einige Tage gesperrt. Auch rund um den Wohra-Sandfang gibt es zahlreiche umgestürzte Bäume. Eine Fachfirma hatte am Freitag zunächst auf Fahrbahnen ragende Bäume und Äste beseitigt. „Im Park und auf dem Friedhof muss jetzt mit Hubsteigern weitergearbeitet werden. Das braucht Zeit“, sagte Gordon Schneider, Ordnungsamtsleiter und Sprecher der Kirchhainer Feuerwehren gestern. Er warnte davor, sich angebrochenen Bäumen zu nähern.

von Michael Rinde

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Unwetter

Zum zweiten Male innerhalb von 24 Stunden traf ein Unwetter die Stadt Neustadt besonders schwer. Feuerwehren und Technisches Hilfswerk waren bis Freitagabend im Dauereinsatz.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr