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Ostkreis Citymanager lässt auf sich warten
Landkreis Ostkreis Citymanager lässt auf sich warten
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00:21 26.07.2018
Von einem Citymanager, der Aktivitäten bündelt und Initiativen anstößt, erhoffen sich die Beteiligten einen Schub für die Innenstadt.  Quelle: Thorsten Richter
Stadtallendorf

Er soll entscheidend dabei helfen, Stadtallendorfs Innenstadt zu beleben und zugleich die Kräfte zu bündeln, der Citymanager.. Als einen „Kümmerer“ hatte Bürgermeister Christian Somogyi diese neue Institution vor wenigen Monaten einmal bezeichnet.

In Marburg heißt die vergleichbare Position „Stadtmarketing-Koordinator“. Finanziert wird die Stelle mit kommunalen wie auch privaten Geldern, etwa von Einzelhändlern und Dienstleistern. Eine ähnliche finanzielle Basis soll auch der Stadtallendorfer Citymanager bekommen. Geld für den städtischen Anteil steht schon seit längerem im Haushalt.

Zuletzt gab die Werbegemeinschaft Stadtallendorf aktiv im März bei der Hauptversammlung grünes Licht, als Plattform für den künftigen Citymanager zu dienen. Optimismus machte sich breit, dass aus allen Überlegungen vielleicht im Spätsommer Realität werden könnte.

Doch dem Optimismus ist zumindest beim Vorstand der Werbegemeinschaft rund um den Vorsitzenden Marek Sieronski Ernüchterung gewichen. Der Werbegemeinschaft geht die Entwicklung viel zu langsam voran. „Schneckentempo braucht diese Stadt nicht“, so das Credo von Sieronski, Peter Zein und Uwe Mottner beim gemeinsamen Gespräch mit der OP.

Ihnen mangelt es an konkreten Fortschritten. Den Grund dafür sehen sie bei der Stadt. Es passiere nichts. Die Finanzierung müsse geregelt, die Grundlagen müssten geschaffen werden. Und zwar bevor schließlich einmal ein endgültiges Profil für die Stelle des Citymanagers formuliert wird, auf dessen Grundlage dann nach geeigneten Kandidaten zu suchen wäre.

„Stadtallendorf aktiv“ habe in den zurückliegenden Monaten bereits einige Vorarbeiten geleistet und zahllose Gespräche geführt. Nach wie vor ist „Stadtallendorf aktiv“ nach Angaben des Vorstandes bereit, als Plattform für einen Citymanager zu dienen, ohne dabei jedoch die eigenen Vereinsaktivitäten für die Mitglieder einzuschränken.

Zitat

„Schneckentempo braucht diese Stadt nicht.“
Marek Sieronski, Stadtallendorf aktiv

Von einem Citymanager erhofft sich der Verein, in dem sich Einzelhändler wie auch zahlreiche Dienstleister und Selbstständige engagieren, vor allem auch langfristige Strategien, etwa bei gemeinsamer Werbung wie auch dem großen Feld der weiteren Stadtentwicklung. „Wenn wir ein Mittelzentrum sein wollen, dann brauchen wir die entsprechenden Konzepte für unsere Weiterentwicklung“, sagt beispielsweise Uwe Mottner.

Wobei dem Vorstand von „Stadtallendorf aktiv“ klar ist, dass ein solcher Manager allein auch kein Heilsbringer wäre. Auch er oder sie wären auf breite Unterstützung angewiesen.

Die Angst der Werbegemeinschaft: „Wir fürchten, dass dieses Jahr bereits wieder verloren ist“, sagt Sieronski.

Somogyi reagiert überrascht auf die Kritik

Dass der Citymanager noch in diesem Jahr Realität werden könnte, glaubt auch Bürgermeister Christian Somogyi nicht mehr. Das werde zeitlich wohl zu knapp, meint er auf Nachfrage der OP. Er reagiert überrascht auf die Kritik der Werbegemeinschaft. Der Vorstand der Werbegemeinschaft habe erklärt, dass er keine Satzungsänderungen vornehmen wolle. „Jetzt werden wir doch einen eigenen Verein für das Citymanagement aufbauen müssen, was natürlich Zeit braucht“, sagt Somogyi.

Sieronski sieht die Dinge etwas anders. Einige Wochen nach der Hauptversammlung von „Stadtallendorf aktiv“ habe die Verwaltung erste Vorschläge für die Vereinssatzung und Struktur gemacht. „Doch da könnten wir tatsächlich gleich einen neuen Verein gründen“, so Sieronski. Seitdem sei faktisch nichts mehr weiter geschehen. Dabei sei es jetzt wichtig, beispielsweise die Finanzierung sicherzustellen. Dazu müssten unter anderem Gespräche mit Unternehmen geführt werden, ob und wie sie sich beteiligen.

Ein Citymanager könnte in Stadtallendorf auch die Umsetzung des Förderprogrammes „Inge Plus“ voranbringen, das der Innenstadtentwicklung dient und bei dem auch die Immobilienbesitzer profitieren. „Wir haben da schon viel getan, aber das ist ehrenamtlich irgendwann nicht mehr zu leisten“, sagt Marek Sieronski.

von Michael Rinde