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CDU glaubt an das Potenzial vor Ort

Jugendarbeit CDU glaubt an das Potenzial vor Ort

Eine Jugendarbeit unter Federführung des Marburger Vereins bsj lehnt Amöneburgs CDU ab. Sie will lieber auf das Motto "Jugend fördern - Eigeninitiative stärken" setzen.

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Amöneburgs CDU will voll auf die ehrenamtliche Betreuung von Jugendlichen setzen – so wie auf diesem Themenfoto von den Ferienspieltagen im Marburger Northamptonpark. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Amöneburg. 35000 Euro sollten im Haushalt 2013 für professionelle Jugendarbeit auftauchen. Die Erfüllung dieses Wunsches verhinderten CDU und AWG – ganz streichen wollten die Fraktionen die Investition in den Nachwuchs aber nicht. 10000 Euro ließen sie stehen, um Vereine und ihr Angebot für Jugendliche zu unterstützen.

Jan-Gernot Wichert, der Fraktionsvorsitzende der CDU, ist sich bewusst, dass sich in Amöneburg eigentlich keine Profis um die Jugendlichen kümmern – gleichzeitig ist er sich sicher, dass ausreichend Potenzial vorhanden ist: Ein Teil der 10000 Euro soll daher in die Qualifizierung von Leitern, Trainern und Betreuern fließen, der Rest in das Angebot für Jugendliche.

Die Kommunalpolitiker setzen die Rahmenbedingungen, für die Ausgestaltung des Angebots seien Vereine, Kirchen und Feuerwehren in der Verantwortung, sagt Wichert. Das Spektrum an Vereinen sei vielfältig, die verbesserte Haushaltslage ermögliche es, mehr Mittel für die Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Daher will Wichert die Qualifizierungen unterstützen, Jugendliche animieren, Jugendleiterscheine zu erwerben, sowie Projekte stärker als bisher fördern – solche Trainingslager oder anderen „besonderen Unternehmungen“ müssten die Vereine dem Nachwuchs allerdings unabhängig von einer Vereinszugehörigkeit anbieten, betont er.

Auch für das Problem „Jugendraum Mardorf“ strebt der CDU-Fraktionsvorsitzende eine lokale Lösung an. Als Beispiel führt er die Kooperation zwischen den Jugendlichen und der Aktivgemeinschaft im Bürgerhaus Erfurtshausen an: Jugendliche könnten dort selbstverantwortlich ihre Aktivitäten regeln und sich erproben. Sollte „Korrekturbedarf“ bestehen, regelten die Beteiligten dies im Dialog. Die Jugendarbeit im Nachbarort sei aktiv, vielfältig und nicht von Einzelnen abhängig, zudem gebe es eine „gewisse Kontrolle“: „Von diesem Beispiel sollten auch andere Ortsteile in der Jugendarbeit profitieren können“, sagt der Mardorfer und regte „runde Tische“ in den Dörfern an.

Die Diskussion der vergangenene Ortsbeiratssitzung in Mardorf habe gezeigt, dass die Bürger bereit seien, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, erklärt Wichert, der auf die Burschenschaft setzt und glaubt, dass diese im Jugendraum ein vielfältiges Angebot machen könne – und sich nicht nur als Schlüsseldienst und Bewirtschafter verdingen werde.

„Ziel muss es auch im Bereich der Jugendräume sein, dass wir kontinuierlich junge Menschen ermuntern und sie darin unterstützen, ehrenamtlich Angebote zu unterbreiten und die notwendigen Qualifizierungsmaßnahmen durchzuführen“, fasst Wichert zusammen und hebt hervor, dass die Strukturen in Amöneburg engmaschig und familienorientiert genug seien und es genügend Anlaufstellen gebe, damit keine Jugendlichen „unbemerkt durch alle Netze fallen“.

Einen Antrag zum Thema bringt die CDU in der kommenden Stadtverordnetenversammlung ein. Darin enthalten sind auch die Aufträge an den Magistrat, ein regelmäßiges Forum zu den Jugendräumen und möglichen Verbesserungen einzurichten, sich um Fördermittel zu bewerben und mit der Katholischen Kirchengemeinde Rüdigheim über Nutzungsvereinbarungen für den dortigen Jugendraum zu verhandeln.

Der CDU-Antrag steht dann in Konkurrenz zur Magistratsvorlage und dem Ansinnen, dass der bsj sich in 20 Wochenstunden für jährlich 35000 Euro um die Jugendlichen, das Angebot für sie sowie die Jugendräume kümmert.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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