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Bunter Streifzug durch fünf Jahrzehnte

Buchveröffentlichung Bunter Streifzug durch fünf Jahrzehnte

Auf exakt 200 Seiten fassen Günter Gnau und Karl Weitzel Stadtallendorfer Stadtgeschichte aus fünf Jahrzehnten zusammen.

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Karl Weitzel (von links) Günter Gnau und Zofia Szafarczyk, die das Duo unterstützte, schauten nach dem Festakt in das fertige Buch, das erst wenige Stunden vorher aus der Druckerei kam.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Wer weiß schon noch ganz genau, was Stadtallendorf im Jahr 1977 bewegte? In Deutschland war es der Terror der Roten Armee Fraktion, Rock ‘n Roll-Fans betrauerten den „King“ Elvis Presley, in Stadtallendorf diskutierte die Politik über die neue Stadtmitte. Das passierte aber vor ganz anderem Hintergrund als mehrere Jahrzehnte später. Im Juni 1977 wird gerade einmal das Gemeinschaftszentrum eingeweiht.

Das Buch „50 Jahre Stadtallendorf – eine ungewöhnliche Stadtgeschichte“ widmet sich den ersten Jahrzehnten der „jungen Stadt im Grünen“. Günter Gnau zeichnet für den Text verantwortlich, Karl Weitzel übernahm die umfangreiche Bebilderung.

Der Magistrat der Stadt ist der Herausgeber. Mitarbeiter der Stadtverwaltung unterstützten das Autorenduo in der Schlussphase ihrer Arbeit.

Jedes Jahr erhält sein eigenes Kapitel, das immer mit einer Auflistung von Ereignissen in aller Welt, im Land Hessen und in der Region beginnt. So hat der Leser gleich die Chance, die Daten aus der Stadtgeschichte einzuordnen. Doch es bleibt nicht bei reiner Chronologie, das Buch will mehr bieten und leisten und setzt deshalb an passenden Stellen immer wieder seine Schwerpunkte. So fasst der Autor zum Beispiel mal kurz und bündig die Historie der Panzerbrigade 6 zusammen, die in Stadtallendorf eine große Rolle spielte.

Im Jahr 1968, in dem in deutschen Universitätsstädten Studenten auf die Straße gingen, wurde in Stadtallendort seriös über den Bau eines Krankenhauses diskutiert. In wenigen Sätzen ist der Leser im Bilde darüber, weiß, dass das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Fulda jenes Krankenhaus betreiben wollte. Es wurden sogar bereits Grundstücke dafür gekauft. Arbeitslosenstatistiken, Daten über die Finanzentwicklung, aber auch über den Niedergang der Textilindustrie im Ostkreis Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrtausends finden sich wieder.

Das Buch ist sehr nahe an der Gegenwart. So schließt es mit der Ankündigung des Festaktes vom vergangenen Wochenende.

Eine große Rolle spielen Bilder und Übersichten. Mehrere Panoramaseiten sind in dem Buch enthalten. Am Ende sind es etwa 600 Bilder aus 5 Jahrzehnten Stadtgeschichte, die in dem Buch zu finden sind.

Viele von ihnen stammen direkt aus dem Archiv von Karl Weitzel, andere hat er bei Fotografen oder aus anderen Archivquellen herbeigeschafft, was mit einiger Arbeit verbunden gewesen ist. Am liebsten hätte Weitzel noch viele weitere Bilder in dem Buch veröffentlicht. Doch dafür reichte am Ende der Platz nicht.

Drei Jahre sind vom ersten Gespräch bis zur Drucklegung vergangenen. In dieser Zeit hat Gnau allein ungezählte Stunden in Archiven zugebracht. „Allein im Redaktionsarchiv der OP waren es weit mehr als 100 Stunden“, erinnerte sich Gnau bei der Buchvorstellung am vergangenen Samstag.

Schließlich ist die OP in den vergangenen fünf Jahrzehnten auch mehr als 1.500 mal erschienen. Hunderte Ausgaben des „Bärenboten“ und etliche der Schrift „Hallo Allendorf“ kamen hinzu. Beide, Gnau wie auch Weitzel, haben einen gemeinsamen Vorteil: Als „Ur-Allendorfer“ haben sie die Stadtentwicklung auch mehr als fünf Jahrzehnte begleitet und miterlebt. Das kommt dem Buch zugute, davon profitieren die Leser. Bei der Schlussproduktion unterstützte sie unter anderem Zofia Szafarczyk mit ihren Fähigkeiten als Grafikerin. Von ihr stammt zum Beispiel das Titelbild, das auf die 70-Nationen-Stadt Stadtallendorf anspielt.

Das Buch „50 Jahre Stadtallendorf – eine ungewöhnliche Stadtgeschichte“ ist zum Preis von 20 Euro zunächst nur in der Stadtverwaltung erhältlich.

von Michael Rinde

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