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Ostkreis Bürgermeisterwahl: Zwei Bewerber stehen fest
Landkreis Ostkreis Bürgermeisterwahl: Zwei Bewerber stehen fest
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00:16 24.07.2018
Am 28. Oktober entscheiden die Wähler, wer neuer Chef der Gemeindeverwaltung wird. Quelle: Tobias Hirsch
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Wohratal

Zwei parteilose Bewerber stehen fest: Manfred Dönges und Heiko Dawedeit. Beide legen Wert darauf, dass sie unabhängig von Parteien und Wählergemeinschaften antreten. Beide müssen die nötigen Unterstützungsunterschriften vorlegen, um vom Wahlausschuss letztlich zugelassen zu werden.

Manfred Dönges. Foto: Michael Rinde

Außerdem hatte der frühere Amöneburger Bürgermeister Anders Arendt angekündigt, in Wohratal kandidieren zu wollen. Auch er bräuchte zunächst Unterstützungsunterschriften von Wahlberechtigten aus der Gemeinde Wohratal.

Heiko Dawedeit. Foto: Peter Lauritis

Doch wie stellen sich CDU, SPD und Offene Liste Wohratal (OLW) als im Gemeindeparlament vertretene Parteien beziehungsweise Wählergemeinschaft für die Bürgermeisterwahl auf? Planen sie, noch eigene Kandidaten aufzustellen oder unterstützen sie einen der beiden Bewerber möglicherweise?

Die SPD

Bei der SPD ist der Plan, mit einem eigenen Kandidaten anzutreten, wohl endgültig gescheitert, wie Ortsvereinsvorsitzender Klaus-Dieter Engel auf Anfrage mitteilte. „Wir hatten einen aussichtsreichen Bewerber, doch er musste uns kurzfristig aus persönlichen Gründen absagen“, erklärt Engel gegenüber der OP. Er gebe zu, dass er nunmehr ratlos sei. Nähere Einzelheiten zum ausgeguckten Kandidaten wollte Engel nicht preisgeben. „Wir als SPD sind der Ansicht, dass gerade in einer so kleinen Gemeinde wie der unseren ein Verwaltungsfachmann das Bürgermeisteramt übernehmen muss“, bezieht Engel Position.

Ob seine Partei möglicherweise einen der Bewerber unterstützt, lässt der SPD-Ortsvereinsvorsitzende offen. Es soll Gespräche mit beiden Bewerbern geben. Danach will sich die SPD festlegen.

Die CDU

Auch die CDU wird nach jetzigem Stand keinen eigenen Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt in der kleinsten Gemeinde des Landkreises schicken. Davon geht zumindest Dr. Gerhard Willmund als CDU-Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzender aus. Eine Suche nach potenziellen Bewerbern blieb im Kreis offenbar erfolglos. Willmund sieht auch einen Grund dafür: Die „Querelen im Wahlkampf um den Verwaltungsverband mit Wohratal“ hätten bei vielen den Eindruck entstehen lassen, dass Wohratal ein schwieriges Pflaster sei.

Ob die Wohrataler CDU einen der beiden bisher bekannten Bewerber unterstützen könnte, lässt Willmund im Gespräch mit der OP offen. Aber: Heiko Dawedeit sei Wohrataler. „Wenn man unsere Mitglieder fragen würde, dann würde mancher an den Wohrataler denken“, so Willmund. Zumal Dawedeit seinerzeit für die Bürger für Wohratal zur Zählgemeinschaft mit der OLW gehört habe.

Die OLW

Harald Homberger, Fraktionsvorsitzender der OLW, macht keinen Hehl daraus, wo die Sympathien bei aller Wertschätzung für Manfred Dönges liegen. „Wir haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass wir Heiko Dawedeit unterstützen, auch wenn er Wert darauf legt, als unabhängiger Kandidat anzutreten“, bezieht Homberger Position. Damit erübrigt sich auch die Frage nach einem eigenen OLW-Kandidaten. Er sei vor allem froh darüber, dass die Wohrataler bei der Bürgermeisterwahl dieses Mal wieder eine Wahl haben werden. Dawedeit sei daran gelegen, dass das Lagerdenken in Wohratal aufhöre. Außerdem lobt Homberger dessen Verwaltungserfahrung. Dawedeit ist beim Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) verantwortlich für Bauvorhaben am Bundeswehrstandort in Fritzlar.

Zum Stichwort „Lagerdenken“ merkt Homberger noch an, dass es mehrere Gesprächsangebote der OLW in Richtung der SPD gegeben habe. In der jüngsten Vergangenheit hatte es mehrfach scharfe politische Auseinandersetzungen zwischen beiden Fraktionen gegeben, zuletzt bei der Beratung des Nachtragshaushaltes.

von Michael Rinde

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