Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Nur in Feinheiten gibt es Unterschiede

OP-Wahltalk in Rauschenberg Nur in Feinheiten gibt es Unterschiede

Die Finanzlage dominiert Rauschenbergs Situation in den nächsten Jahren. Vor diesem Hintergrund nahm die Haushaltssituation gestern Abend zunächst breiten Raum beim OP-Wahltalk ein.

Voriger Artikel
Kandidaten messen sich bei OP-Wahltalk
Nächster Artikel
Grünes Licht für dritten Bauabschnitt

Die Bürgermeisterkandidaten Michael Emmerich (CDU, von links), Markus Heeb (SPD) und Michael Vaupel (Bündnis 90 / Die Grünen) tauschten gestern Positionen aus. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Rauschenberg. Zumindest im ersten Abschnitt des OP-Wahltalks zur Rauschenberger Bürgermeisterwahl lagen die Kandidaten Michael Vaupel (Bündnis 90 / Die Grünen), Markus Heeb (SPD) und Michael Emmerich (CDU) inhaltlich eng beieinander. Wie im bisherigen Wahlkampf auch blieben scharfe Töne aus, wie sich bereits bei der Vorstellungsrunde zeigte.

 

Finanziell ist Rauschenberg keineswegs auf Rosen gebettet. Alle drei betonten bei der Frage, wie ihre Amtsführung bei einer Wahl aussehen könnte, dass sie sich als „Teamspieler“ sehen. Vaupel kann sich vorstellen, einzelne Aufgaben auch an ehrenamtliche Stadträte zu delegieren, Heeb sähe sich als „Frontmann beim Anpacken“ und Emmerich betrachtete sich als Bürgermeister auch als „Sachbearbeiter in einem hochmotivierten Team.“

Die Finanzlage Rauschenbergs dominierte den Wahltalk während der ersten Stunde. Auch dort zeigten sich Gemeinsamkeiten. Alle drei Kandidaten sprachen von Sparmöglichkeiten und der Verpflichtung, keine neuen Schulden mehr aufzubauen. Markus Heeb und Michael Vaupel verwiesen deutlich auf die schlechte Finanzausstattung der Städte und Gemeinden und auf nötigen Druck in Richtung Bund und Land. „Wenn wir einsparen wollen, müssen wir erstmal investieren, etwa in Windkraftanlagen und energetische Sanierung von Gebäuden“, sagte Heeb.

„Eine Ausgabenprüfung ist ohnehin eine Pflichtaufgabe eines Bürgermeisters“, merkte Emmerich an. Bei der Frage nach möglichen Gebühren- beziehungsweise Steuererhöhungen zeigten sich Unterschiede. Während Vaupel und Emmerich auf einen vom Stadtparlament schon gefassten Beschluss für Anhebungen von Steuern über den Landesdurchschnitt hinwiesen, sprach sich Heeb klar gegen Gebührenerhöhungen im Falle seiner Wahl aus. Wie viel die Rauschenberger Bürger im nächsten Jahr zahlen werden, muss noch beraten werden.

Emmerich verwies darauf, dass Rauschenbergs Schulden auch von konsequenten Investitionen in die Infrastruktur entstanden seien, Investitionen, die in der Zukunft nicht mehr anstünden. „Nicht jammern, denken“, formulierte Michael Vaupel mit Blick auf die Haushaltslage. Die drei Bewerber sehen Potenzial in Windkraftanlagen, Heeb denkt beispielsweise an Windräder auf städtischem Grund, finanziert über Genossenschaftsmodelle, für Vaupel steht allerdings bei Windkraftanlagen grundsätzlich die Ökonomie vor der Ökologie. Emmerich sieht erneuerbare Energien grundsätzlich als ein zentrales Thema für sich im Falle seiner Wahl.

Beim Punkt Bürgerbeteiligung lagen die Kandidaten Emmerich, Vaupel und Heeb inhaltlich wiederum eng beieinander. Während Heeb dafür warb, Bürger bei wichtigen Themen über Befragungen besser anzusprechen, betonte Vaupel etwa die grundsätzliche Notwendigkeit von Bürgersprechstunden und Gesprächskreisen. Emmerich sprach schon vorhandene Genossenschaften an und spitzte zu: „Es ist wichtig, dass sich ein Bürgermeister ein Feedback holt.“

Keine Koalitionen,keine Zusammenlegung

Zwei Themen, die im ersten Abschnitt angesprochen wurden, zeigten keinerlei inhaltliche Differenzen der Kandidaten untereinander:

Heeb, Vaupel und Emmerich verfügten im Falle ihrer Wahl zum Bürgermeister über keine politische Hausmacht im Stadtparlament. Weiterhin „mit Argumenten überzeugen“ will Markus Heeb, ein Bürgermeister dürfe kein Parteipolitiker sein, formulierten Emmerich wie auch Vaupel. In Rauschenberg existiert kein politisches Bündnis im Stadtparlament. Daran will keiner der Kandidaten rühren.

Ein klares Nein aller drei Bewerber gab es auch bei der Frage, ob Rauschenberg über ein Zusammengehen mit der Gemeinde Wohratal ernsthaft nachdenken sollte. Emmerich betonte, dass sich dadurch kaum Personalkosten sparen ließen. Vaupel wie Heeb hoben hervor, dass eine Zusammenlegung nicht verordnet werden dürfe. Die drei Bewerber gaben aber ein klares Votum für eine enge Zusammenarbeit der Kommunen untereinander ab.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr