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Ein Wechselbad der Gefühle

Michael Emmerich wird neuer Bürgermeister Ein Wechselbad der Gefühle

Zwei starke Kandidaten bewegten sich gestern Abend bei der Bürgermeister-Stichwahl in Rauschenberg auf Augenhöhe. Am Ende war das Glück des Tüchtigen auf der Seite von Michael Emmerich.

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Michael Emmerich ist am Ziel: Wahlleiterin Gudrun Thiessen gratuliert mit einem Blumenstrauß. Fotos: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Rauschenberg. Um 18.35 Uhr verkündete Wahlleiterin Gudrun Thiessen das vorläufige amtliche Endergebnis: 1149 Stimmen oder 52 Prozent für den CDU-Kandidaten Michael Emmerich, 1060 Stimmen 48 Prozent für Michael Vaupel. Ein schriller Jubelschrei des Sohnes des nächsten Rauschenberger Bürgermeisters leitete die große Sause in der „Emmerich-Ecke“ ein. Vater Peter Emmerich, der der Kirchhainer Stadtverordnetenversammlung angehört, führte mit seiner Schwiegertochter einen Veitstanz auf, während der Wahlsieger triumphierend die rechte Hand zur Faust ballte. Die nervliche Belastung des langen Wahlkampfes und des aufreibenden Wahlabends fiel von dem Sieger ab.

Auf der anderen Seite der Halle machte sich rund um Michael Vaupel stille Enttäuschung breit. „Ich bin erleichtert und fröhlich" „Ich bin erleichtert und fröhlich. Heute Abend feiern wir, ehe im kommenden Jahr die Arbeit richtig losgeht“, sagte Emmerich dem OP-Lokalchef Till Conrad, der die gemeinsame Wahlparty der Stadt Rauschenberg und der Oberhessischen Presse moderierte. Nach seinem Amtsantritt am 1. April gelte es zuerst, den Ausbau der Kratz‘schen Scheune zum Abschluss zu bringen und dann die gemeinsame Prioritätenliste der Fraktionen abzuarbeiten, nannte der Josbacher seine ersten Ziele. „Ich habe einen fairen und redlichen Wahlkampf geführt und die Wahl wohl in Bracht verloren“, sagte Michael Vaupel unter Anspielung auf ein in Bracht verteiltes CDU-Flugblatt.

 In dem Blatt war Vaupel mit den Worten zitiert worden, dass die zur Schließung anstehende Grundschule in Bracht aus pädagogischer Sicht geschlossen werden müsste. Der Nachsatz des Lehrers und Schulleiters, dass er diese Schließung aber politisch ablehne, war in dem Flugblatt unterschlagen worden. „48 Prozent sind für einen Grünen ein guter Wert, aber ich hätte natürlich die Wahl gern gewonnen, bekannte der Kernstädter. Der knappe Wahlverlierer ließ seine politische Zukunft offen. Allerdings werde er zumindest bis zur Amtsübergabe ehrenamtlicher Stadtrat in Rauschenberg bleiben.

Das Ergebnis-System steigt aus

  Vor der Entscheidung waren die beiden Kandidaten durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Michael Emmerich baute seine Position in den Stadtteilen zunächst deutlich aus: Klare Zuwächse in Albshausen, Ernsthausen und Josbach. Aber dann drehte Michael Vaupel in Schwabendorf auf, gewann diesen Stadtteil. „In dem Moment habe ich gedacht, die Wahl ist für mich verloren“, bekannte Michael Emmerich später.Das Problem für die beiden Kandidaten und die gut 400 Besucher der Wahlparty: Das Ergebnis-System war ausgefallen, nahm keine Eingaben mehr an.

So mussten die einzelnen Ergebnisse aus den Stimmbezirken verlesen werden, was zur Folge hatte, dass die jeweiligen Zwischenstände im ­Gesamtergebnis allenfalls grob geschätzt werden konnten. Bürgermeister Manfred Barth und Büroleiterin Andrea Vitt versuchten, dem Ergebnis-Programm neues Leben einzuhauchen, was erst auf den letzten Drücker gelang. Es reichte noch, um Emmerichs Traumergebnis in Bracht und Vaupels atemberaubenden Konter im Wahlbezirk Rauschenberg II zu publizieren.

Und dann kam Gudrun Thiessens großer Auftritt. Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Bürgermeister im Landkreis, gehörte zu den ersten Gratulanten. „Ich habe dem Wahlsieger im Namen der Kollegen gratuliert und ihm im Kreis der Bürgermeister willkommen geheißen. Die Rauschenberger haben zwischen zwei guten Kandidaten eine gute Entscheidung getroffen“, sagte Kirchner der OP. Der künftige Bürgermeister erlebte dann, was auf ihn im Amt auch zukommt: Händeschütteln und nochmal Händeschütteln. Die lange Reihe der Gratulanten wollte nicht abreißen. Heute kann sich Michael Emmerich davon erholen. Sein Dienstherr Peter Funk, Bürgermeister von Münchhausen, gab seinem Hauptamtsleiter frei.

Weitere Reaktionen zur Wahl lesen Sie später im Rauschenberg Special.

von Matthias Abend

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