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Ostkreis Dönges ist bereit für viele kleine Schritte
Landkreis Ostkreis Dönges ist bereit für viele kleine Schritte
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00:17 18.09.2018
Bürgermeisterkandidat Manfred Dönges äußerte sich im OP-Gespräch. Quelle: Michael Rinde
Wohratal

Manfred Dönges, parteiloser Bewerber für das Wohrataler Bürgermeisteramt, verspricht für den Fall seiner Wahl „große Bürgernähe“.

OP: Sie sind seit einigen Wochen in der Gemeinde unterwegs. Wo drückt den Wohratalern am meisten der Schuh?
Manfred Dönges: Ich werde oft auf den Haushalt angesprochen und die Frage, wo man noch Geld sparen kann. Dazu ist erst eine genaue Aussage möglich, wenn ich eine intensive Haushaltsanalyse vorgenommen habe. In den vielen Gesprächen mit den Wohrataler Bürgern wurde mehr als deutlich, dass die Wohrataler einen Bürgermeister haben wollen, der vor allem bürgernah ist. Sie wünschen sich einen Bürgermeister, der offen auf sie zukommt und ihnen erklärt, was Sache ist. Ich bin aber immer wieder auch auf Ortsteildenken gestoßen, zumindest unterschwellig, wenn sich Leute etwas wünschen, was der Nachbarort bekommen hat oder dort umgesetzt wurde, wie zum Beispiel beim Thema Brückensanierung.

OP: Bei welchem der Probleme wollen Sie bei der Lösung helfen, wenn Sie gewählt werden sollten?
Dönges: Als Allererstes wäre es für mich wichtig, gemeinsam mit Peter Hartmann und den Mitarbeitern der Verwaltung die Übergabe der Amtsgeschäfte vorzubereiten. Mit dem Amtsantritt am 1. April möchte ich auch auf die jungen Bürger zugehen, an vielen Terminen teilnehmen und vor allem wieder regelmäßige Bürgersprechstunden abhalten.

OP: Was steht noch an vorderer Stelle?
Dönges: Ich möchte mich schnell und mit der notwendigen Sorgfalt in die Gemeindeverwaltung einbringen und vor allem zusammen mit dem Team der Verwaltung einen guten Bürgerservice bieten. Viele Bürger haben mich in den geführten Gesprächen auf den Zustand der Straßen angesprochen. Damit sind wir dann beim Thema der wiederkehrenden Straßenbeiträge, um Sanierungen auf Dauer bezahlen zu können. Grundsätzlich bin ich nicht dagegen. Wir müssen dabei aber sicherstellen, dass es gerecht und fair zugeht.

OP: Die Bürger interessiert der Haushalt offenbar. Wie kommt Wohratal zu mehr Geld?
Dönges: Hätten wir mehr Köpfe, sprich Einwohner, könnten wir die Lasten und auch die Schulden besser verteilen. Das ist eine einfache Rechnung, und dafür müssen wir sorgen. Wohratal muss sich aber auch anders vermarkten. Das gilt nicht nur für das Thema gemeinde‑
eigene Bauplätze, Wohratal hat eine tolle Infrastruktur, bis hin zu zwei guten Schulen und Kindertagesstätten.


OP: Es ist aber nicht alles perfekt.
Dönges: Nein, natürlich nicht. Ganz wichtig wird es sein, an der Grundversorgung zum Beispiel mit Lebensmitteln zu arbeiten. Dabei muss es kein Lebensmittelmarkt im Bürgerhaus sein. Es gibt andere Möglichkeiten, etwas in Sachen Einkaufsmöglichkeiten zu tun. Denken wir an Lieferangebote und zusätzliche Dienstleistungen. Wichtig ist auch weiterhin die medizinische Absicherung und die damit vorhandenen Mehrwerte aufrechtzuerhalten.

OP: Sie haben alle Ortsteile kennengelernt, gibt es einen, bei dem es besondere Probleme gibt, Ihrem Eindruck nach?
Dönges: Problem ist wohl nicht das richtige Wort. Hertingshausen hat die starken Regenfälle in diesem Jahr am intensivsten erlebt, hier sollten Konzepte zum Schutz und der Sicherheit neu überdacht werden.

OP: Sie haben sich selbst mal als Brückenbauer bezeichnet. Wo ist dieser Brückenbauer in Wohratal denn gefordert?
Dönges: Er muss sich vor die Verwaltung stellen und eine Brücke zu den Bürgern bauen, sagen, was die Verwaltung warum tun muss. Er ist auch gegenüber den Nachbargemeinden gefordert. Wohratal will selbstständig bleiben, was ich voll und ganz unterstütze. Aber gerade dazu braucht es die interkommunale Zusammenarbeit. Außerdem dürfen wir nicht nur sparen, wir müssen auch gezielt investieren und Fördertöpfe nutzen. Und ich möchte ein Brückenbauer für Unternehmen sein, die schon in Wohratal tätig sind oder sich neu ansiedeln wollen.

OP: Wo muss Wohratal investieren?
Dönges: Zum Beispiel in den Verkauf der Bauplätze in Wohra und Halsdorf. Warum zahlt Wohratal nicht Familien mit Kindern Prämien, wenn sie sich in der Gemeinde niederlassen, was in anderen Gemeinden schon längst erfolgreich umgesetzt wurde. Mit den jetzigen Grundstückspreisen sind wir nicht konkurrenzfähig. Auch dieses Thema fällt unter Vermarktung und Investitionen für die Zukunft. Worauf wir auch achten und uns mehr engagieren sollten, ist ein schnelles Internet mit 100 MBit. Arbeitnehmer nutzen immer mehr das Home-Office, die Unternehmen benötigen es sowieso. Das brauchen wir quasi als Grundausstattung. Ich bin jemand, der gerne viele kleine Schritte geht, um die großen Ziele in angemessener Zeit zu erreichen.

OP: Worin wollen Sie sich vom langjährigen Bürgermeister Peter Hartmann unterscheiden?
Dönges: Gemeinsam mit der Gemeinde und den Vereinen neue Wege bestreiten und mehr die Jugend einbinden. Aber ich schätze das Können und die erbrachten Leistungen von Peter Hartmann sehr, ich hoffe, von ihm noch etwas lernen zu können.

OP: Und worin unterscheiden Sie sich von Ihrem Mitbewerber Heiko Dawedeit?
Dönges: Ich für meine Person, bin kommunikativ und gehe gezielt auf die Menschen zu. Die zukünftigen Aufgaben möchte ich mit Sachverstand und Weitblick angehen, um vernünftige Lösungen für Wohratal zu finden. Wobei ich länger als sechs Jahre Bürgermeister bleiben will.

von Michael Rinde