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Ostkreis Bürger-Investitionen sind gefragt
Landkreis Ostkreis Bürger-Investitionen sind gefragt
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17:29 14.06.2012
Einzigartig in Hessen: Die Stadt Ulrichstein hat der Windkraft vor dem Rathaus ein Denkmal gesetzt. Sie betreibt im hohen Vogelsberg zwei Windparks in Eigenregie. Foto: Matthias Mayer
Kirchhain / Rauschenberg

Bauamtsleiter Volker Dornseif stellte die wichtigsten Fakten zum Einstieg der Stadt in die Windenergie vor: n Der Bau von sieben Windrädern ist mit dem Kirchhainer Entwicklungspartner AboWind vertraglich fixiert. Zwei Anlagen sollen in der Nähe von Sindersfeld entstehen, fünf Windräder sollen zwischen Emsdorf und Langenstein gebaut werden. n Nachdem der Hessische Verwaltungsgerichtshof den Regionalplan Windkraft des Regierungspräsidiums Gießen kassiert hat, muss die Stadt kein Abweichungsverfahren vom Regionalplan durchsetzen, sondern kann selbst Vorrangflächen für die Windkraft ausweisen. Daran arbeitet die Verwaltung mit Hochdruck. Vorteil: Die Planungshoheit bleibt so in den Händen der Stadt. Sie kann durch eigene Vorrangflächen Windkraft-Pläne von Investoren an anderer Stelle verhindern.

n Der in Arbeit befindliche Flächennutzungsplan kann spätestens im Februar 2013 in Kraft treten. Das zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen notwendige BImsch-Verfahren kann zeitgleich abgeschlossen werden. n Ist der Flächennutzungsplan ein Jahr in Kraft, soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Jochen Kirchner unterrichtete die Stadtverordneten von Überlegungen auf Bürgermeisterebene, im Ostkreis durch Gründung gemeinsamer regionaler Gesellschaften die Windparks selber zu betreiben, um so nicht nur von den Pachteinnahmen zu profitieren. Vorbild dafür ist Ulrichstein. Hessens höchstgelegene Stadt (614 Meter) betreibt wirtschaftlich sehr erfolgreich zwei Windparks im hohen Vogelsberg, dessen ältere Maschinen derzeit durch leistungsstarke Türme ersetzt werden.Eine solche Gesellschaft sei ein gutes Forum, um Bürgerbeteiligungen an den Windparks zu koordinieren. Kirchner machte mit Blick auf die allein für die Kirchhainer Vorhaben nötigen 30 Millionen Euro deutlich, dass es ohne Investitionen der Bürger keine kommunale Betreibergesellschaft geben könne. Es sei sinnvoll, eine solche Gesellschaft mit Rauschenberg zu gründen, da ohnehin die Absicht bestehe, die nebeneinanderliegenden Standorte Sindersfeld und Rauschenberg gemeinsam zu erschließen. Interesse in Rauschenberg und in Wohratal Rauschenbergs Bürgermeister Manfred Barth zeigte sich solchen Überlegungen gegenüber aufgeschlossen. Auch Wohratal habe Interesse an der Gründung einer solchen Gesellschaft bekundet. Das Stadtparlament solle am 25. Juni einen Aufstellungsbeschluss für den Flächennutzungsplan im Stadtwald fassen, erklärte Barth.Allerdings sei er sich nicht ganz sicher, ob sich die erhofften Einsparungen durch eine gemeinsame Erschließung erzielen ließen. Der Sindersfelder Standort Richtung Zettrichshausen und der Rauschenberger Standort Roteküppel lägen möglicherweise zu weit auseinander.

von Matthias Mayer

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