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Ostkreis Brutale Schläger müssen nicht in Haft
Landkreis Ostkreis Brutale Schläger müssen nicht in Haft
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17:14 22.05.2012
Bei bloßen Faustschlägen – wie in dem gestellten Bild – war es in der verhandelten Prügelei nicht geblieben.Foto: Nadine Weigel.
Ostkreis

Die Nacht auf den 20. März 2010 wird ein 31-jähriger Stadtallendorfer nicht vergessen: Nach einer Schlägerei mit drei Männern verlor er die Sehkraft auf dem linken Auge.

Drei Verhandlungstage waren nötig, um mehr als 20 Zeugen zu hören. Richter Cai Adrian Boesken sprach von einem unerfreulichen Verfahren mit einer unerfreulichen Beweisaufnahme und einem unerfreulichen Urteil.

Die Zeugen hielten unterschiedliche Versionen von der Tat bereit - oder konnten sich nicht mehr daran erinnern. Wer letztendlich den entscheidenden Schlag oder Stoß geführt hatte, der dem Geschädigten das Augenlicht des linken Auges kostete, konnte das Gericht nicht feststellen.

Teilweise stellten die Zeugen die Abläufe plastisch dar, zum Teil verwickelten sie sich in Widersprüche. „Es wurde gelogen, dass sich die Balken bogen. Nicht alles, was die Zeugen gesehen haben, wurde auch gesagt“, ärgerte sich Boesken. Allein zu dem Gegenstand, mit dem der entscheidende Schlag geführt wurde gab es verschiedene Aussagen.

Da sich das Gericht außerstande sah festzustellen, wer mit welchem Hilfsmittel welchen Schlag ausgeführt hatte, wurde das Trio zu einer gemeinschaftlich ausgeführten Körperverletzung verurteilt. Mehrere Zeugen hatten von Schlägen oder Tritten berichtet und eine Tatbeteiligung aller drei Angeklagten bezeugt. Das reichte dem Gericht für den Nachweis der Beteiligung an einer gemeinschaftlich begangenen Körperverletzung. „Eines ist sicher. Sie alle drei haben mitgemacht. Einer von Ihnen war es. Und er weiß es. Und seine Schuld wird den, der die schwere Verletzung verursacht hat, ein Leben lang begleiten“, betonte Boesken.

Unverständnis hatte der Richter für zwei von den Verteidigern beantragte Freisprüche.

Für eine gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung, in Tateinheit mit der Beteiligung an einer Schlägerei, verurteilte das Marburger Schöffengericht einen 24-jähriger Mechaniker aus Neustadt zu einem ein Jahr und sechs Monaten, ein 32-jährigeb ehemaligen LKW-Fahrer aus Stadtallendorf zu einem Jahr und zehn Monaten sowie einen dritten Tatbeteiligten, bei dem Jugendstrafrecht angewandt wurde, zu einem Jahr auf Bewährung.

Außerdem müssen zwei der Verurteilten zusammengenommen 2600 Euro Wiedergutmachung an den Geschädigten zahlen. Der mittlerweile arbeitslose LKW-Fahrer muss zusätzlich 100 Sozialstunden in einer gemeinnützigen Einrichtung ableistend.

Die Unterschiede im Strafmaß resultieren aus der Unterscheidung in Jugend- und Erwachsenenstrafrecht sowie vorhandenen oder nicht vorhandenen Vorstrafen, der Ablegung eines Teilgeständnisses oder beharrlichem Schweigen vor Gericht.

von Alfons Wieber

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