Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
"Brauchen Sie einen Lehrling?"

Kunstmarkt "Brauchen Sie einen Lehrling?"

Gewohnt bunt und vielfältig war der Stadtallendorfer Kunstmarkt, der am Wochenende in der Stadthalle stattfand.

Voriger Artikel
"Ruck" kommt aus der Hüfte
Nächster Artikel
Spektakulär und nervenaufreibend

Für die Besucher des Kunstmarktes gab es in der Stadthalle viel zu entdecken, zum Beispiel die Werke der Stadtallendorferin Jessica Stark.Fotos: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Im besonderen Flair der Stadthalle genossen die Kunstliebhaber beim 15. Stadtallendorfer Kunstmarkt die Vielfalt der Stilrichtungen.

In einer Ecke des Foyers surrt der Elektromotor der Drechselbank von Rainer Föth. Holzspäne fliegen umher, wenn er den Meißel ansetzt. Er bearbeitet ein Stück Buchenholz, das er als Klotz mit den Maßen zehn mal fünf Zentimeter eingespannt hatte. „Das wird ein kleiner Tannenbaum“, verrät der Künstler.

Als das Werk fertig ist, sieht der kleine Holztannenbaum wie ein Kreisel mit Abstufungen aus. Das ist für den Stadtallendorfer Hobbydrechsler vergleichsweise leichte Arbeit gewesen. Er stellt aber aus den unterschiedlichsten Holzarten auch Schalen, Griffe für Flaschenöffner oder Kugelschreiber und vieles andere her. Seine Arbeiten finden viele Bewunderer. Eine Besucherin fragt: „Brauchen sie einen Lehrling?“

An anderer Stelle ist die Marburger Künstlerin Susanne Rininsland damit beschäftigt, an eine Kette mit bunten Steinen einen Verschluss anzubringen. Ihre feingliedrige Arbeit wird von der zeitgenössischen Musik untermalt, die Sascha Dürfeldt auf dem Piano spielt. Rininsland stellt Modeschmuck wie Ketten, Armbänder, Ohrringe oder Anhänger her und präsentiert und verkauft diese auf Kunstmärkten.

Nicht allen Künstlern können die Besucher bei der Arbeit zusehen. Nachwuchskünstlerin Jessica Stark aus der Stadtallendorfer Altstadt stellt ihre Werke zum Beispiel nur aus und bietet sie zum Verkauf an: Für ihre Zeichnungen auf Leinwand hat sie mit Bleistift und Acrylfarben gearbeitet, dabei ausschließlich Schwarz und Rot verwendet. „Wenn es der Phantasie entspringt, dann lege ich gleich mit Acryl los“, verrät die junge Künstlerin ihre Technik. „Aber wie hier bei Herrn Kahn, da zeichne ich die Konturen mit Bleistift vor“.

Es ist die Vielfalt der rund 40 Künstler, die von den Besuchern in dem herrlichen Ambiente der Stadthalle als angenehm empfunden wird. So können die Besucher neben Malerei und Zeichnungen in verschiedensten Techniken Kunstfotografie, Laubsäge- oder Filzarbeiten sowie Kunstwerke aus Keramik bewundern.

„Wir haben ein großes Einzugsgebiet“, berichtet Michael Feldpausch, einer der Organisatoren des Marktes, zu dem der Stadtallendorfer Kulturkreis geladen hatte. So kämen Künstler aus dem Hinterland oder der Schwalm. Aber auch die Besucher stammten nicht nur aus Stadtallendorf. War der Besucherstrom am Samstag eher spärlich, so kamen am Sonntag sehr viele Kunstliebhaber und ließen sich beim Jazz-Frühstück durch die Band „Chega de Saudade“ unterhalten.

Bei der Eröffnung des Kunstmarktes hatte Bürgermeister Christian Somogyi an die Geschichte des Kunstmarktes erinnert, der ganz klein vor rund 30 Jahren im Gemeinschaftszentrum begonnen hatte, dann in die Festhalle wechselte und in lockerer Folge veranstaltet wurde. Jetzt findet er bereits seit vielen Jahren in der Stadthalle statt und ist aus dem Veranstaltungskalender der Stadt nicht mehr wegzudenken.

von Klaus Böttcher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr